Dem gewachsenen Bedarf gerecht werden

Gisa Büscher (links) und Ursula Kassler stellen die Lebensmitteltüten zusammen. (Foto: D. Lange)

Bundestagsabgeordneter Hendrik Hoppenstedt schaut sich bei der Tafel um

Langenhagen (dl). olitikern sagt man manchmal nach, sie lebten fernab der Realität in ihren Büros und Parlamenten und wüssten nicht, was ihre Wähler so denken und welche Sorgen und Nöte sie beschäftigen würden. Betriebsblindheit droht und um dem zuvorzukommen, sind sie häufig in ihren Wahlkreisen unterwegs, um mit den Menschen zu sprechen und sich selbst ein Bild zu machen. Sowohl bei der Langenhagener Tafel im Sonnenweg als auch beim Repair-Treff im Mehrgenerationen-Haus informierte sich Hendrik Hoppenstedt, Bundestagsabgeordneter der CDU, über die Besonderheiten ihrer ehrenamtlichen Arbeit Die Gründung der Tafel geht auf eine Initiative des Wirtschaftsklubs im Jahr 1998 zurück. Anfänglich hatte die Tafel noch keine eigenen Räumlichkeiten, sondern nahm zunächst in einer Halle der Firma Holtmann Messe + Event ihren Betrieb auf. Inzwischen aber verfügt sie über ein eigenes Gebäude im Sonnenweg, Im Lauf der Jahre ist die Zahl der Bedürftigen stark angestiegen, nicht zuletzt durch die große Zahl der Flüchtlinge und mit ihnen auch die Zahl der ehrenamtlichen Helfer. Heute sind es 75 Mitarbeiter, die pro Woche in allen 16 Ausgabestellen der Tafel in Langenhagen, Isernhagen und in der Wedemark mehr als 750 Lebensmitteltüten für Einzelpersonen und Familien verteilen. Dafür stehen ihnen drei Kühlfahrzeuge zur Verfügung, um auch bei leicht verderblicher Ware die Kühlkette nicht zu unterbrechen. Finanziert wird die Tafel allein durch Spenden, Zuschüsse gibt es keine. Erschwerend kommt hinzu, dass es zunehmend schwieriger wird, genügend Lebensmittel von Supermärkten zu bekommen, um dem gewachsenen Bedarf auch gerecht zu werden. Dank ausgeklügelter Warenwirtschaftssysteme wird heute in den Märkten anders kalkuliert, sodass einfach weniger übrigbleibt. Dadurch wiederum wird auch die Tafel gezwungen sein, beim Inhalt der Tüten gewisse Abstriche machen zu müssen. Noch aber ist es beispielsweise möglich, sich unter anderem auch dem Bedarf von Muslimen anzupassen. Deren Tüten enthalten kein Fleisch, kein Fisch und kein dunkles Brot. Für ihre Lebensmitteltüten zahlen alle Kunden einen Euro und weisen Ihre Bedürftigkeit zweimal im Jahr mit ihren jeweiligen Bescheiden nach. Für viele von ihnen ist die Tafel in gewisser Hinsicht zu einem Teil der Familie geworden und die Mitarbeiter kennen inzwischen viele ihrer Geschichten. Zurzeit werden weitere ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, die mit anpacken können, die einfach gut zusammenpassen und die Spaß an der Arbeit für Bedürftige haben.