"Dem Laubfrosch geht es gut"

Rinder haben in Kananohe die Landschaftspflege an den Kleingewässern der Laubfrösche übernommen (Foto: R. Stankewitz)

NABU-Führung begeisterte wieder viele Teilnehmer

Langenhagen. Nun hatte der NABU-Ortsverein wieder zum Laubfroschkonzert eingeladen. Knapp 20 Amphibienfreunde nahmen an der Führung zu den Kananoher Kleingewässern teil, um den Klängen dieser außergewöhnlichen und stark gefährdeten Amphibienart zu lauschen. Nach einigen einleitenden Worten zum landesweiten Amphibienschutz-Projekt mit dem Titel "Ein König sucht sein Reich" nutzte der NABU-Vorsitzende Ricky Stankewitz die Gelegenheit, um noch vor Einbruch der Dunkelheit die Landschaft auf die Teilnehmer wirken zu lassen. "Hier sieht man, dass im Optimalfall Naturschutz und Landwirtschaft gerade im Amphibienschutz sehr erfolgreich zusammen arbeiten können. Durch vernünftig abgestimmte Beweidungskonzepte können sowohl die Kleingewässer als auch die umliegenden Grünlandflächen ganz natürlich durch Weidetiere wie Pferde, Rinder oder Wasserbüffel gepflegt werden. Dabei wird nicht nur körperliche Arbeit von ehrenamtlichen Helfern eingespart, sondern auch Geld, was Behörden für Pflegemaßnahmen mit Maschineneinsatz ausgeben würden. Der Landwirt oder Pferdehalter profitiert von gesundem, krautreichem Futter für seine Tiere, sowie durch die Möglichkeit, Flächen zu nutzen, die für eine landwirtschaftliche Nutzung normalerweise nicht zur Verfügung stehen. Dadurch erzielen am Ende alle Beteiligten einen Gewinn an der Zusammenarbeit", erläuterte er.
Nachdem es vollständig dunkel wurde, ging es zu den Kleingewässern im NABU-Projektgebiet, wo es dann das ersehnte Laubfroschkonzert zu hören gab. Sichtbar beeindruckt staunten die Teilnehmer über die enorme Lautstärke. Laubfrösche können mit ihren Rufen 90 Dezibel erreichen und das, obwohl sie nur etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze sind. Die riesige Schallblase wirkt dabei wie ein Verstärker. „In Langenhagen ist die zweitgrößte Laubfroschpopulation der Region Hannover beheimatet. Durch gezielte Biotop-Pflegemaßnahmen in den letzten Jahren konnten wir die Bestände sogar leicht erhöhen. Die größte Population ist inzwischen am Steinhuder Meer zu finden, aber das sind im Grunde auch Langenhagener Laubfrösche, da die Mehrzahl, der für die dort wieder angesiedelten Tiere, hier entnommen wurde“, sagt Ricky Stankewitz. Er kündigt an: „Langfristig werden wir noch weitere Kleingewässer anlegen, um so ein Biotopverbund in Langenhagen zu errichten. Wir arbeiten dabei eng mit Landwirten und Naturschutzbehörden zusammen.“ Der Laubfrosch sei eine sogenannte Zeigerart im Naturschutz. Er stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum wie zum Beispiel an die Wasserqualität und Strukturvielfalt in der umliegenden Landschaft. „Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, wo sich der Laubfrosch wohlfühlt, fühlen sich auch viele andere Tier- und Pflanzenarten wohl“, erklärt Ricky Stankewitz. Mit der Sicherung von Laubfroschlebensräumen werde also auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet.