Demonstration auf dem Marktplatz

Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen demonstrierten auf dem Marktplatz für eine deutliche Gehaltssteigerung. (Foto: G. Gosewisch)

Krippen, Kitas und Horte bleiben auf unbestimmte Zeit geschlossen

Langenhagen (gg). Mit einer Demonstration auf dem Marktplatz haben rund 85 Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen auf ihren, seit vergangener Woche andauernden Streik in Langenhagen aufmerksam gemacht. Sie sind in der Gewerkschaft verdi organisiert, haben sich dem bundesweiten Streik angeschlossen und wollen Druck auf den Arbeitgeber (Vereinigung kommunaler Arbeitgeber) ausüben, um eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes zu erreichen – eine höhere Eingruppierung und eine Gehaltssteigerung um rund zehn Prozent. Krippen, Kitas und Horte in städtischer Trägerschaft sind seit vergangenem Freitag geschlossen. Die Stadtverwaltung bemühte sich bereits um eine Notfallversorgung und richtete einige gemischte Gruppen an drei der insgesamt elf Standorte ein. „Viele Eltern organisieren die Betreuung ihrer Kinder familienintern, dennoch mussten rund 70 Kinder abgelehnt werden“, so die Bilanz von Fachbereichsleiterin Heidi von der Ah auf Anfrage der SPD-Fraktion. Die Reaktion der Eltern sei voller Verständnis für die Forderung der Erzieher, allerdings rege sich Unmut über die Kita-Gebühren, die fortlaufend zu zahlen sind, obwohl während des Streiks keine Leistung in Anspruch zu nehmen ist. Einen Streik wie diesen gab es zuletzt im Jahr 2009, derzeit erstattete die Stadtverwaltung die Gebühren an die Eltern. Allerdings war dafür eine Ratsentscheidung notwendig. Ob es im aktuellen Streik eine Gebührenerstattung geben wird, ist offen.
Streikleitung in Langenhagen haben Claudia Strathmann, Erzieherin in der Kita Kielenkamp, und Martin Bigalke, Sozialarbeiter, inne. Sie bestätigen: „Der Streik geht weiter.“ In einem offenen Brief wenden sie sich an Bürgermeister Mirko Heuer und werben um seine Unterstützung bei der Forderung nach mehr Vollzeitstellen und attraktiveren Arbeitsplätzen. Eine Stellungnahme lag bis Redaktionsschluss nicht vor.