Den offenen Blick für den Traumjob schulen

Nicht nur Löten will gelernt sein,... (Foto: O. Krebs)

IGS-Achtklässler orientierten sich in der Berufswelt

Langenhagen (ok). 400 Ausbildungsberufe im dualen System, etwa 1.000 Studiengänge – die Berufswelt wird vielseitiger, aber auch unübersichtlicher. Und Holger Ley, Koordinator für Berufsorientierung im Niedersächsischen Bildungswerk, weiß: „Mit den 300 bis 400 Ausbildungsberufen sind etwa 700 bis 800 Jobs möglich.“ Einige von ihnen lernten die Achtklässler an der IGS Langenhagen jetzt bei der Berufsweltorientierung näher kennen, bekamen Einblick in kaufmännische, technische, handwerkliche und soziale Berufe sowie zum Beispiel in die Verwaltung, Polizei, im Hotel, in der Gastronomie oder beim Apotheker. „Auch Berufe, die nicht unbedingt die Traumjobs für einen selbst sind, sollten bewusst in den Fokus genommen werden.. „Der Blick soll offen sein, Vorurteile müssen abgebaut werden“, sagt Ausbildungslotsin Silke Meyer. Und Jahrgangsleiter Marian Gongala ergänzt: „Wir haben auf den Erfahrungen des vergangenen Jahres aufgebaut, uns mit vielen Firmen abgesprochen.“ 27 Stationen heißt, dass 27 Schülergruppen ruhig und diszipliniert von Unternehmen zu Unternehmen gegangen sind. Von den beteiligten Firmen gab es dann auch viel Lob, die Resonanz war durchweg positiv. Jede Runde dauerte 15 Minuten, dann ging es weiter. „Das ist so wie Speed Dating für Berufe“, beschrieb Jahrgangsleiter Marian Gongala das Ganze treffend. Sägen beim Tischler, Löten bei der Luftwaffe – bei der Berufsweltorientierung, die weiterhin zum festen Programm an der Integrierten Gesamtschule gehören soll, geht es ziemlich praktisch zu. Bei der Strabag lernten die Mädchen und Jungen die Steine genau in der gleichen Fugen und mit der exakten Fugenbreite zu verlegen, damit der gepflasterte Weg vernünftig aussieht. Und sie erfuhren bei der Gelegenheit, dass das Maß aller Dinge drei Zollstockglieder breit ist. Das entspreche nämlich etwa einem Zentimeter und somit einer Fugenbreite. Die engagierten Mitarbeiter des Abfallentsorgungsunternehmens aha machten deutlich, dass das Unternehmen der Kreislaufwirtschaft nicht nur für die Müllentsorgung zuständig sind. Im Gegenteil: Wer wolle, könne fast zusehen, wie Rohstoffe neu genutzt würden.