Der Baum des Lebens

Die Liberalen Senioren erfuhren eine Menge Wissenswertes.

Besuch der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover

Langenhagen. Die Liberalen Senioren besuchten das jüdische Gemeindezentrum in Hannover-Stöcken. Die Führung fand unter der Leitung von Alla Volodarska statt, die alle Räumlichkeiten zeigte und die vielen Fragen bereitwillig beantwortete.
Und so erfuhren die Besucher, dass das Gemeindezentrum 1995 gegründet und an die Tradition des liberalen Judentums anknüpft, das Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstand und mit der Shoah ein jähes Ende fand.
Die Mitarbeiterin erzählte, dass die Gemeinde heute mehr als 700 Mitglieder umfasst aus 16 Nationen, die Mehrheit , wie sie selbst, aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen von der evangelischen Kirche errichteten Nachkriegsbau, der 2008 zu einer Synagoge umgebaut wurde. Das Zentrum trägt den Namen Etz Chaim, das bedeutet „Baum des Lebens“. Dank des Engagements vieler Mitglieder gibt es ein lebendiges religiöses, soziales und kulturelles Gemeindeleben. Dazu gehören Chor, Tanzgruppe und Theatergruppe. Die Jüdische Kindertagesstätte ist offen für jüdische und nicht jüdische Kinder. Für Kinder und Erwachsene werden Sprachkurse für deutsch und hebräisch angeboten.
Zum Abschluss des Rundganges wurden die Besucher in die Synagoge geführt, die Frauen der Gruppe waren angepasst gekleidet, die Männer erhielten die traditionelle Kippa. Die Synagoge bildet das Herz der Gemeinde, hier finden regelmäßig Gottesdienste und Feiern zu allen jüdischen Festen statt. Als Höhepunkt wurde der Toraschrank geöffnet, ein Schrein zur Aufbewahrung der drei Tora-Rollen, auf denen handschriftlich die fünf Bücher Mose festgehalten sind.
Die Liberale Jüdische Gemeinde hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Gespräch und in der Begegnung mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Fragen zu diskutieren und dafür zu sorgen, dass Vorurteile abgebaut werden, dass das Verbindende gesehen und das Trennende erkannt wird. Nur dadurch wird erreicht, sich gegenseitig zu akzeptieren und zu respektieren.
Zum Ende der Führung wurde zu einem wohlschmeckenden Abendessen mit israelischen Spezialitäten eingeladen, selbstverständlich alles koscher zubereitet, als gelungener Abschluss eines Besuches zum Nachdenken.