Der Blick vom Holmenkollen

Eine schöne, aber teure Hauptstadt: Die Langenhagener auf Besuch in Oslo.

Ü 50 des SC Langenhagen auf „Minikreuzfahrt“ nach Oslo

Langenhagen. Diesmal erlebten die Fußballsenioren (Ü 50) des SC Langenhagen auf ihrer viertägigen Jahresabschlussfahrt (2. bis 5. Juni) mit Oslo eine der schönsten, aber auch teuersten Hauptstädte Europas. Die von Helga und Fritz Rohn organisierte „Minikreuzfahrt“ war in jeder Beziehung außergewöhnlich. Mit 24 Personen ging es per Bahn nach Kiel, um dann auf der MS Color Line Magic einzuchecken. Bei herrlichstem Wetter war der erste Tag auf dem Oberdeck ein einziger Genuss, schließlich abgerundet mit einem gemeinsamen Abendbuffet im Grand Buffet des Schiffes.
Der nächste Tag begann früh morgens mit der Fahrt durch den Oslofjord, für den Fotofreak eine Durchfahrt unendlicher, wunderbarer Motive. Durch viele kleine Inseln gibt es Engstellen im Oslofjord; historisch war die Insel Oscarsborg als Festung für die Hauptstadt Oslo von großer Bedeutung im vorigen Weltkrieg. 1940 gelang den Norwegern von Oscarsborg aus die Versenkung des Kreuzers „Blücher“. Dies war einer der schwersten Verluste auf deutscher Seite bei dieser Kriegshandlung. Die erfolgreiche Gegenwehr der Norweger ermöglichte es dem König Hakon VII mitsamt dem Goldschatz des Landes nach England ins Exil zu entkommen. Heute ist die Festung Veranstaltungsort für Open-Air-Events wie Opern, Musicals, Theaterstücke.
Nach dem Anlegen in Oslo ging es mit einem gecharterten Bus- übrigens dem offiziellen Bus der norwegischen Fußballnationalmannschaft- zunächst zum Hotel und dann mit einem besonderen „Stadtführer“, Carl Carlberg (Teuto) durch Oslo. Seine gute deutsche Sprachkenntnis war deshalb nicht überraschend, da er sein Studium vor vielen Jahren komplett in Hannover absolvierte- übrigens im selben Studentenwohnheim in der Wilhelm-Buschstraße (Flur drei) mit seinem Mitstudierenden Fritz Rohn.
Der erste Teil der Stadtrundfahrt vermittelte einen Eindruck einer sich enorm entwickelten Hauptstadt im Norden Europas. Architektonisch gibt es viele Gegensätze, neben modernen gewöhnungsbedürftigen Betonpalästen, wie auch dem Rathaus, finden wir sehr gelungene Großprojekte, wie das gesamte Hafengebiet oder die Oper: ein Gebäude aus Glas und Carara-Marmor in Form eines treibenden Eisbergs.
Auf der Museumshalbinsel Bygdoy war das Fram-Museum erster Anlaufpunkt. Die „Fram“ ist als stärkstes Holzschiff der Welt am weitesten sowohl in den Norden als auch in den Süden vorgedrungen. Von 1893 bis 1911 wurde sie von den berühmten Polarforschern Fridtjof Nansen, Otto Sverdrup und Roald Amundsen für drei Polarexpeditionen benutzt. Im Kon-Tiki-Museum konnte die Reisegruppe das legendäre Balsaholzfloß bewundern, mit welchem sich der Zoologe und Anthropologe Thor Heyerdahl mit fünf Gefährten im Jahre 1947 in 101 Tagen von Peru nach Polynesien treiben ließ. Sie wollten beweisen, dass Altperuaner schon im Mittelalter im Stillen Ozean gekreuzt sein könnten.
Jeder, der Oslo besucht, wird den Vigeland-Skulpturenpark durchwandern und sich von den 200 Skulpturen mit etwa 650 Figuren aus Granit und Bronze beeindrucken lassen. Fast sein ganzes Leben hat der geniale Künstler Gustav Vigeland (1869 bis 1943) an der Schaffung der Figuren gearbeitet, die er letztlich der Stadt Oslo vermachte.
Ein weiterer Höhepunkt der Besichtigungen war die unübersehbare Holmenkollen-Nationalanlage, die bis zur WM der Biathleten in 2015 umgebaut wurde und heute als modernste Anlage der Welt für nordische Disziplinen gilt. Der Blick vom Fuße der Schanze ermöglicht ein wahres Traumbild auf die 400 Meter tiefer gelegene Stadt am Fjord.
Einen wirklich schönen Abschluss erlebte die Reisegruppe bei herrlichstem Wetter im Garten der Familie Carlberg. Serviert wurden spezielle norwegische Köstlichkeiten, die von der Hausherrin Karin vorbereitet waren.
Der Samstagvormittag war für individuelle Erkundungen und Besichtigungen vorgesehen. Eine wirklich interessante und vom Wettergott begünstigte Schiffsreise fand schließlich mit einem weiteren Abendbuffet auf der MS Color Fantasy ihren Abschluss. Selbst die Rückfahrt mit dem ICE von Kiel nach Hannover verlief ohne besondere Vorkommnisse- insgesamt eine tolle Abschlussfahrt der Ü 50 des SC Langenhagen.