Der Dominoeffekt

Tim, Julian, Jannis, Vincent, Lauren und Sophie präsentieren ihren Gruppenleitern Astrid Holzer und Martin Ebers stolz ihr selbst gebautes Tipi.Foto: L. Schweckendiek

IKEP wird nach einem Jahr gut angenommen

Kaltenweide (ls). Seit einem Jahr gibt es in Kaltenweide nun den IKEP, den internationalen Kulturerlebnispark. Nach drei Jahren, in denen der Bau des Grundstückes in der Stadt diskutiert wurde, befinden sich dort inzwischen genau nach Wunsch der Kinder eingerichtet unter anderem eine Skatebahn, ein Fußballplatz, ein Grillplatz und auch ein riesiger wild bewucherter Naturspielplatz. Auf diesem beachtlichen Gelände tobten sich jetzt zwölf Kinder von sieben bis zwölf Jahren aus. Dies war eine von 21 Ferienaktionen in Langenhagen, die den Kindern spielerischen Zugang zur Natur ermöglichen sollten. Unter der Leitung von Astrid Holzer und Martin Ebers wurden Traumfänger, Tipi und Höhlen gebaut, gefischt und die schon vorhandenen Bauwerke der vergangenen Jahre restauriert. Für die beiden Gruppenleiter war dabei vor allem die Eigeninitiative der Kinder wichtig: „Wir versuchen, uns so wenig wie möglich einzumischen, stellen lediglich Materialien und Hilfe bereit. Die Ideen kommen eigens von den Kindern.“ Wie schon bei der Durchsetzung des Projektes, bei der die Heranwachsenden mit in den Ratssitzungen saßen und der späteren Umsetzung, waren die Kinder bunt gemischt und ohne Hemmungen. Astrid Holzer erzählt: „Die Kinder haben in der Woche genug Zeit sich kennen zu lernen. So darf dann das siebenjährige Mädchen auch schon einmal mit den großen Jungs spielen. Hier entwickeln sich Freundschaften, die auch außerhalb der Woche gepflegt werden.“ Die Selbstständigkeit der Kleinen wurde in der „Natur-Spiel-Projektwoche“ ausgebaut und gestärkt. Und was alleine nicht geschafft wird, gelingt dann eben mit den anderen Kids, bevor ein Erwachsener zur Hilfe gerufen wird. Schließlich sollte es das eigene Projekt werden. Außerdem gab es noch ein besonderes Highlight, das Verena Staake bildete. Zusammen mit ihrem Mann leitet sie seit einigen Jahren ihre eigene Firma „Naturtainment Hannover“, die sich auf Kindererlebnisstage in der Natur spezialisiert hat. So hatte das Haus der Jugend keine Mühe gescheut, die Veranstalter für eine Wald-Wiesen-Safari anzuheuern, um einen Tag der Woche zu etwas ganz Besonderem zu machen. Der IKEP wurde für diese Grundsätze, "Kinder bauen, was Kinder benutzen" unter anderem mit einer Platzierung unter den ersten zehn der deutschlandweit anerkannten Preisverleihung „Kinder haben Rechte“ belohnt. Martin Ebers ist vor allem vom Ansturm auf den für Jedermann zugänglichen Park begeistert: „Während morgens hier die Kinder spielen, treffen sich nachmittags und abends junge Heranwachsende, um Fußball zu spielen oder zu grillen. Es ist wie ein Domino. Die kleine Schwester erzählt wie schön der Platz ist, der große Bruder schaut es sich an und ist begeistert. Er bringt seine Freunde mit, die wiederum Geschwister haben. So kippt ein Stein nach dem anderen.“ Was ursprünglich als Erweiterung des Haus der Jugend gedacht war, ist inzwischen zu einer eigenen Institution geworden, die in naher Zukunft auf die Gründung eines Vereins hofft. So nahm das Beteiligungsprojekt ein Ausmaß, von dem anfangs wohl niemand recht zu träumen gewagt hätte. Ein absehbares Ende ist hier noch nicht in Sicht.