Der Fluglotse a.D. wurde 90

Immer fröhlich: Willi Könemann. So kennen ihn seine Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn. Foto: E. A. Nebig

Willy Könemann feierte in der Lüneburger Heide

Langenhagen (ne). Bis weit über seinen 75. Geburtstag hinaus war der ehemalige Pilot und Fluglotse Willy Könemann ehrenamtlich tätig. Das heutige Ehrenmitglied des Bürger- und Heimatvereins Langenhagen und Schwiegervater des Krähenwinkeler Autohändlers Friedrich Rodewald wirkte jahrelang als Schriftführer im Vorstand mit und war fast ein Vierteljahrhundert lang als Kirchenvorsteher der Elisabeth-Gemeinde aktiv. In der vergangenen Woche feierte der Senior mit seiner Familie und engen Freunden in der Lüneburger Heide in seinem Geburtsort Schwalingen seinen 90. Geburtstag. Im Saal dieser Gaststätte gegenüber seines Elternhauses durfte er als Kind mit seinen beiden Schwestern und Nachbarskindern bei schlechtem Wetter spielen. Die historische Gaststätte gehörte damals seiner Großtante und ist noch heute Dorfmittel- und Treffpunkt. Während der Feier wurde „veel Platt snackt“, wie das noch heute in Heidedörfern üblich ist. Auch die Laudatio auf den Jubilar erfolgte auf niederdeutsch. Ab 1927 besuchte er die einklassige Volksschule im Heimatdorf, das er verlassen musste als es auf die höhere Schule ging. Nach der Reifeprüfung wollte er studieren, es kam anders. Er wurde zur Luftwaffe eingezogen, erhielt eine Pilotenausbildung und musste gezwungenermaßen in den Krieg fliegen. Eines Tages stürzte er mit seiner Crew ab und schwamm im Mittelmeer vor der algerischen Küste um sein Leben. Als er nach Stunden völlig erschöpft wieder festen Boden unter den Füßen hatte, geriet er in britische Gefangenschaft. Die Briten setzten ihn aufgrund seiner guten Sprachkenntnisse als Lagerdolmetscher ein. Später wurde er in die USA transportiert. Nach Kriegsende wieder in Deutschland bildete die US-Luftwaffe ihn nach einem strengen Auswahlverfahren – von mehr als 2000 Bewerbern wurden zwölf genommen – zum Fluglotsen aus. Später gehörte er zu den ersten Männern die ab 1952 auf dem Tower des neu eröffneten Zivilflughafens in Langenhagen für die Flugsicherung sorgten. Etliche Schicksalsschläge blieben dem Jubilar nicht erspart, er meisterte sie stets mit Gottvertrauen. Das ECHO gratuliert ebenfalls und wünscht viel Gesundheit.