Der Job, der zu einem passt

Lars Grewe hat viele seiner Erfahrungen und Bewerbungshilfen in seinem Buch „Eichhörnchen zweifeln nicht veröffentlicht“. (Foto: O. Krebs)

Personalberater Lars Grewe gibt wertvolle Tipps an der IGS in Sachen Bewerbung

Langenhagen (ok). Was ist das Wichtigste, um einen Job oder Ausbildungsplatz zu bekommen? Die Antwort: Sympathie. Und die muss nach Einschätzung Lars Grewes schnell rüberkommen, denn meistens entscheiden Sekundenbruchteile darüber, ob man jemanden mag oder nicht. Diplom-Ökonom Grewe ist Geschäftsführer einer Unternehmens- und Personalberatung, hat schon jede Menge Bewerbungsgespräche geführt, jetzt an der IGS Langenhagen viele Tipps für Eltern parat gehabt, die ihre Kinder unterstützen. Ganz wichtig – damals wie heute: ein ansprechendes Foto. Grewe weiß aus der Praxis: „Die Personalchefs teilen die Mappen nach dem Eisenhower-Prinzip in einen A-, zwei B- und einen C-Stapel ein.“ Ein A- und der positive B-Stapel mit Entwicklungsmöglichkeiten hätten Chancen, die anderen beiden eher nicht. Eine freundliche Ausstrahlung sei dabei immens wichtig. Grewe war auf Einladung der Stiftung NiedersachsenMetall, die schon lange mit der Gesamtschule zusammenarbeitet, nach Langenhagen gekommen, machte deutlich, dass hinter einer richtig professionellen Bewerbung eine Menge Arbeit stecke: „Um ein gutes authentisches, nicht mit Standardsätzen formuliertes Anschreiben zu erstellen, sind schon zwei Wochen nötig.“ Und eine Lebensweisheit gab er den Eltern und Schülern, die bei dem Workshop mit dabei waren, gleich mit auf den Weg: „Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts.“ Das A und O bei der Berufswahl sei nicht unbedingt das große Geld, sondern vor allen Dingen die Zufriedenheit: „“Ihr müsst morgens aufstehen und Spaß am Job haben.“ Von 6.000 Befragten hätten lediglich 14 Prozent angegeben, Spaß an ihrer Arbeit zu haben. Der Job, der zu einem passt. Das sei es, was die richtige Berufswahl ausmache. Um den zu finden, spiele Authentizität eine große Rolle; ein Praktikum sei natürlich auch immer der Bringer. 90 Prozent laufe bei Einstellungen über Emotionen, nur zehn Prozent über die Sache. Der Entscheider müsse neugierig auf den Bewerber werden, Zeugnisnoten spielten dann nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig seien Geschichten, die zum Beispiel auch Gegensätzlichkeiten beinhalteten. Etwa der schachpielende Bungee-Jumper. Kreativität sei bei der Bewerbungsmappe heutzutage gefragt – zum Beispiel ein Anschreiben auf eigenem Briefpapier mit den Initialen. Die richtige Körpersprache sei ebenso wichtig wie Hartnäckigkeit beim Telefonieren – Kommunikation entscheide über den Erfolg – und auch "Vitamin B" schade natürlich nicht. Letztendlich wurde aber auch klar: Die Chemie muss zwischen Entscheider und Bewerber in der so genannten Du-Beziehung stimmen; in wenigen Sekunden heiße es „hop oder top“ für denjenigen, der einen Job suche.