Der Kanusport prägte ihr Leben

Genießen jeden Tag im Jahr: Elisabeth und Helmut Lemcke. (Foto: O. Krebs)

Elisabeth und Helmut Lemcke seit 65 Jahren glücklich verheiratet

Engelbostel (ok). Seit 65 Jahren sind sie glücklich verheiratet, und einen Großteil ihres gemeinsamen Lebens haben Elisabeth und Helmut Lemcke auf dem Wasser verbracht. Die beiden 86-jährigen sind begeisterte Kanuten, haben bis vor einem Jahr noch aktiv gepaddelt und kennen viele Flüsse dieser Republik. Ein Leben für den Sport – das trifft auf die beiden rüstigen Rentner uneingeschränkt zu. Und ihre Liebe begann auch beim Kanuclub Justusgarten an der Ihme – heute Kanuclub am Maschsee – als sich die Heranwachsenden näherkamen. Helmut Lemcke war nach dem Krieg von der Ostseeinsel Wolin nach Hannover unter schwierigen Bedingungen geflüchtet; Elisabeth ist eine waschechte Lindener Buttjerin. Schnell stellten sie fest, dass sie gut zueinander passen, wollten zusammenziehen. Doch leichter gesagt als getan: Wohnungen gab es zu der Zeit nach dem Krieg nur für Verheiratete. Also mussten sich die 21-Jähringen das Ja-Wort geben, lebten dann eine Weile in einer umgebauten Wohnung im Kanuclub. Nach einem Jahr wurde es zu stressig, als der gelernte Zimmermann und Maurer Helmut Lemcke an der Ingenieursschule in Hildesheim war. Daraufhin zog das junge Ehepaar bei ihren Eltern ein. Eine schwere und ereignisreiche Zeit brach für das Paar an – innerhalb von drei Jahren verlor Elisabeth Lemcke ihre Eltern, und im gleichen Zeitraum kamen die beiden gemeinsamen Töchter Doris und Ingrid zur Welt. „Liebe, Glaube und Hoffnung – darauf basiert unser ganzes Leben“, sagt die bekennende Christin Elisabeth Lemcke, geborene Lamsbach. Viel Lebensfreude, Bewegung in der Natur, Fröhlichkeit und eben der Sport kennzeichnen ihr Leben. Und Sport waren nicht nur Kanadier und Kajak, sondern auch das Tanzen.
Was das agile Ehepaar noch auszeichnet: das Herz für die Jugend. Helmut Lemcke, der bis zu seinem Ruhestand bei der Stadtentwässerung in Hannover angestellt war, trägt heute noch stolz seine silberne Ehrennadel. Das Schmuckstück hat er für 20 Jahre Jugendarbeit verliehen bekommen, beim Kanuclub hatte er Jugendgruppen aufgebaut. Unterstützt hat ihn dabei immer tatkräftig Ehefrau Elisabeth – die gelernte Friseurin war bei der Landesmedienstelle beschäftigt. Elisabeth und Helmut Lemcke gehört zu den engagierten Mitinitiatoren des Städteaustausches Hannover-Rouen. Die Freundschaft dauert bis heute an. Engagement und Durchhaltevermögen zeichnen die beiden dreifachen Großeltern aus, die lange in Hannover-Vahrenwald gewohnt haben.
1980 hatten sich die Lemckes ein Haus mit Grundstück gekauft, eingezogen sind sie allerdings erst 18 Jahre später. Zusammen mit ihren Kindern und Schwiegerkindern haben sie das Haus in Eigenregie entkernt und saniert – eine wahre Sisyphusarbeit. Jetzt ist etwas Ruhe in ihr bewegtes Leben eingekehrt, Elisabeth und Helmut Lemcke genießen jeden Tag im Jahr, besuchen gern die informativen Veranstaltungen der Senioren-Union, haben einen großen Bekanntenkreis und hoffen, dass ihnen der liebe Gott Gesundheit und noch viele gemeinsame Jahre schenkt. Die bisherigen 65 gemeinsamen Jahren haben sie am Sonntag im kleinen Familienkreis gefeiert. Übrigens: Die begeisterten Kanusportler haben intensiv die Olympischen Spiele verfolgt, viele der Athleten kennen sie persönlich.