Der Kirchturm weist den Weg

Superintendent Holger Grünjes und das Team der Lebensberatung vor ihrem neuen Domizil in Wiesenau. (Foto: D. Lange)

Neue Stelle für Familien- und Erziehungsberatung

Langenhagen (dl). Vogelgezwitscher bildet die vorherrschende Geräuschkulisse im Garten hinter dem Haus. Von der nahen Autobahn ist dagegen nichts zu hören, und der große Nussbaum im Garten ist offenbar die Heimat von zwei Eichhörnchen, die auf der Suche nach Futter überall herum toben. Ein naturnaher Standort also, den sich die Langenhagener Lebensberatungsstelle für ihre Präsenz in Wiesenau ausgesucht hat. Die Wohnung an der Ringstraße 4 mit ihren hellen und freundlich gestalteten Beratungsräumen konnte das Team zur Erweiterung ihres Angebotes in der Familien- und Erziehungsberatung kostengünstig von der benachbarten Emmausgemeinde anmieten. Dabei hat man sich bewußt für den Standort in Wiesenau entschieden. Nahe an den Menschen im Stadtteil und anders als in der Großstadtatmosphäre der Ostpassage in einer ruhigeren, naturnahen Umgebung. Zumal auch die Emmausgemeinde ihren sozial diakonischen Schwerpunkt seit jeher in der Familienarbeit sieht. Einer Studie zufolge verzeichnete die Region Hannover im vergangenen Jahr eine nicht bedarfsgerechte Unterversorgung an Leistungen zur Familien- und Erziehungsberatung in den Kommunen. Leistungen, auf die die Bürger einen Rechtsanspruch haben und deren Ziel unter anderem es ist, die Entwicklungschancen von Kindern frühzeitig und nachhaltig zu fördern. Daher eröffnet das Angebot der Region zur Aufstockung der Mittel auch neue personelle Spielräume für die Lebensberatungsstelle zum Ausbau ihrer Beratungskapazitäten im Bereich der Familien- und Erziehungsberatung (FEB). In einer Vereinbarung zwischen dem Kirchenkreis als Träger, der Stadt und der Region wurde festgehalten, dass die Finanzierung der Lebensberatungsstelle mit dem Schwerpunkt Familien- und Erziehungsberatung für die kommenden fünf Jahre gesichert ist. Miriam Temme und Jana Gottke werden in der neuen Zweigstelle in Wiesenau, die nach den Sommerferien offiziell ihre Arbeit aufnehmen wird, das Team der Lebensberatung mit Hans-Günter Schoppa, Birgit Baumann, Bernd Buschholz, Iris Rothenburger und Martina Ücker verstärken. Für den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen als deren Träger ist die Lebensberatung eine besondere Form der kirchlichen Seelsorge und damit fest in der Konzeption des Kirchenkreises verankert. Superintendent Holger Grünjes sagt: „Ein Blick auf den kürzlich vorgelegten Jahresbericht der Lebensberatungsstelle zeigt, wie wichtig und notwendig diese Arbeit ist.“ Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass in der Familien- und Erziehungsberatung die Faktoren Trennung beziehungsweise Scheidung, Erziehungsunsicherheit, Überforderung und Konflikte auf Eltern-Kind-Ebene zu den häufigsten Anlässen einer Beratung gehören. Nach den Sommerferien starten zwei neue Gruppen, und zwar zum Einen am Dienstag, 9. August, von 15 bis 17 Uhr für junge Frauen zwischen 16 und 21 Jahren, jeweils für zehn Nachmittage im 14-tägigem Rhythmus. In der Familien- und Erziehungsberatung wird es ebenfalls ab August eine offene Sprechstunde von 15 bis 16 Uhr geben und auch die Trauernden-Gruppe wird ab dem 15. August in der Lebensberatungsstelle Ostpassage jeweils montags von 18.15 bis 20 Uhr fortgesetzt.