Der krasse Gegensatz zu heute

Haben sich anschaulich mit dem Leben unserer Vorfahren auseinandergesetzt: die Mädchen und Jungen der Kaltenweider 4d.Fotos: O. Krebs

Steinzeit: Grundschüler lernen eine andere Welt kennen

Kaltenweide (ok). Schülerinnen und Schüler mit Zahlen und Fakten zu bombardieren: fast nie der richtige Weg zum Erfolg. Eine Auffassung, die auch Grundschullehrerin Gabriela Melcher vertritt. Zum Abschluss der Grundschulzeit "ihrer" 4d in Kaltenweide hat die Pädagogin sich für das Thema "Steinzeit" entschieden, weil sie die Erfahrungen gemacht hat, dass sich die Kinder sehr für geschichtliche Themen interessieren. Gabriela Melcher: "Die Steinzeit liegt schon viel zu lange zurück, um sich solche Zeiträume überhaupt vorstellen zu können." Viel wichtiger als abstrakte Zahlenräume sei es jedoch, dass die Mädchen und Jungen ein Gefühl dafür entwickelten, dass es in der Steinzeit vor sehr langer Zeit Menschen mit anderen Kulturen, Lebens- und Glaubensvorstellungen gab. Der krasse Gegensatz zu der heutigen konsumorientierten Welt mit ihren vorgefertigten Materialien.
Aber nicht in der Theorie aus Büchern, sondern auch in der Praxis – unter anderem bei einem Besuch im Landesmuseum – lernten die Grundschüler, wie unsere Vorfahren gelebt haben und mit welch einfachen Mitteln und Waffen sie ihren Alltag meistern mussten. So erfuhren die Mädchen und Jungen, dass Schmuck schon in der Altsteinzeit beliebt war, und die Menschen es sich auch damals schon zu Hause gemütlich gemacht hatten. Tapeten und Bilder kamen vor zigtausenden von Jahren zwar noch nicht an die Wände, dafür gab es aber tolle Höhlenmalereien, die vor allen Dingen Jagdszenen darstellten. "Manche Höhlen waren so niedrig, dass im Liegen gemalt werden musste, zum Beispiel mit Ruß", hat Anna-Leonie gelernt. Im Unterricht wurde die Situation Höhle mit einer Raufasertapete nachgestellt. Die Kinder arbeiteten während des Projektes mit Ton, stellten Gefäße her. "Die dienten auch als Aufbewahrungsmittel. Da wurde dann ein Stein draufgestellt, damit die Ratten und Mäuse nicht rankommen", erläutert Hannah. Interessant auch, wie gewitzt unsere Vorfahren waren: Entdeckten sie doch durch einen Blitzschlag in einem Baum das Feuer oder jagten sie bei der Nahrungssuche gegen eine Wand oder eine Klippe herunter. Aber clever mussten unsere Artgenossen in grauer Vorzeit schon sein, sanken die Überlebenschancen sonst doch auf ein Minimum. Das spannende Thema wird den Mädchen und Jungen im kommenden Schuljahr übrigens wieder über den Weg laufen und in der fünften Klasse an den weiterführenden Schulen vertieft.