Der Vogel des Jahres

Die Waldkäuze brüten regelmäßig unter dem Turmdach.

Waldkauz brütet im Wasserturm im Eichenpark

Langenhagen. Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1988 damit, dass die Klasse 7f der IGS Mühlenberg mit ihrem Lehrer Hans-Jürgen Ratsch bei einer Exkursion in den Zoo Hannover das Angebot bekam, drei junge Schleiereulen vom Zoo zu übernehmen, um sie in Langenhagen auszuwildern.
Für dieses Projekt wurde die oberste Etage des Wasserturms von der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) artgerecht für die Schleiereulen hergerichtet und in den folgenden Jahren wurden von diesen Elterntieren etwa 70 junge Eulen ausgebrütet und dann in die Freiheit entlassen.
Auch nach dem Ende dieses Projekts brüteten die Schleiereulen weiterhin regelmäßig oben im Turm.
Jahre später waren sie dann auf einmal verschwunden, weil ein Waldkauzpaar diesen idealen Brutplatz für sich entdeckt hatte. Die Schleiereulen zogen um in die ehemalige Friedhofskapelle auf der anderen Wegseite der Stadtparkallee.
Seitdem brüten die Waldkäuze regelmäßig unter dem Turmdach.
Im Jahr 2017 hat der NABU den Waldkauz zum Vogel des Jahres gekürt und der versierte Ornithologe Konrad Thye konnte jetzt ein wundervolles Bild eines Waldkauzes im Turmdach machen.
Konrad Thye weist darauf hin, dass die Jungkäuze, die eventuell demnächst wieder im Eichenpark am Boden „gefunden“ werden, keinesfalls hilflos oder „aus dem Nest gefallen“ sind, sondern arttypisch solche Ausflüge unternehmen.
In aller Regel klettern die flugunfähigen Ästlinge sehr geschickt am Stamm der Bäume wieder nach oben, wo sie meist gemeinsam mit ihren Geschwistern auf einem Ast (daher der Name Ästlinge) den Tag verdösen. Passanten sollten sie also auf keinen Fall mitnehmen oder auch nur anfassen, das könnten die Altkäuze, die stets in der Nähe sind, übel nehmen und angreifen!
Leider werden immer wieder Jungvögel mitgenommen, die Tierärztliche Hochschule Hannover kann ein Lied davon singen. Wichtig für alle Parkbesucher, Spaziergänger und Hundebesitzer ist, die am 1. April begonnene Brut- und Setzzeit zu beachten und die damit verbundene Anleinpflicht für Hunde zu respektieren. Auch wenn Hasso "nur spielen will", kann das für einen jungen Kauz durchaus tödlich enden, wenn im Hund plötzlich der Jagdinstinkt durchbricht!
Übrigens gilt dies uneingeschränkt auch für streunende Hauskatzen, für die es natürlich keinen Leinenzwang gibt, die im Gegensatz zu Hunden aber immer jagen, selbst wenn sie satt sind.
Insofern appelliert die NVL an die Tierliebe der Katzenhalter, ihre Tiere während der Brutzeit einzusperren oder zumindest mit Glöckchen auszustatten, die Vögel vor der nahenden Gefahr warnen können.
So kann jeder Mitbürger seinen Teil dazu beitragen, dass wir auch in unserer Stadt der Natur Raum zum Überleben geben.
Wer mehr über den Waldkauz erfahren möchte, möge auf das Programm der NVL (www.nvl-langenhagen.de) achten. Im zweiten Halbjahr wird Gunter Halle (NABU Langenhagen) diese wunderbare Eulenart im Vortragsraum der NVL im Wasserturm vorstellen.
Dort findet am nächsten Dienstag, 28. März, übrigens ein toller Vortrag über „Amphibien und Reptilien der Moore und ihrer Randgebiete“ statt. Beginn ist 19.30 Uhr.