"Des Einen Wohl ist des Anderen Weh“

Gespannte erste Blicke auf die Gedenktafel der GLIEM an Schulenburg Nord.Foto: L. Schweckendiek

GLIEM setzt ein Denkmal in das ehemalige Schulenburg-Nord

Schulenburg (ls). In Erinnerung an den heute fast gänzlich verschwundenen Ort Schulenburg-Nord, der dem Ausbau des Flughafens weichen musste, setzte GLIEM jetzt einen Gedenkstein. Das Schild ist nun das 62., das von GLIEM in Langenhagen aufgestellt wurde und bildet durch seine Größe eine Ausnahme in der Reihe der GLIEM-Gedenksteine. „Da diese Geschichte nicht auf eine gewöhnliche Tafel passte, haben wir seine Größe im Vergleich zu den Sonstigen auf DIN-A3 verdoppelt“, leitete Joachim Vogler in die Feierlichkeit ein. Direkte Betroffene des Abrisses sowie SPD und GLIEM Mitglieder hatten sich versammelt, um als erstes einen Blick auf den Gedenkstein zu erhaschen. „Die Tafel bietet zwei Geschichten. Zum einen berichtet sie vom Abbau eines ganzen Dorfes, wie wir es vorher noch nicht erlebt haben. Dies ist eher ungewöhnlich in Zeiten, in denen die meisten Orte eher expandieren statt zu verschwinden. Dazu erzählt sie die Geschichte eines kleinen Kampfes mit dem Flughafen, der es uns nicht gestatten wollte, dieses Schild am direkten Ort des Geschehens zu errichten“, so Vogler weiter. Somit findet die Tafel nun im nahegelegenen Wiesenpark in Schulenburg ihren Platz, dies allerdings nur kurzzeitig. „Nach langer Kompromisssuche haben wir letztendlich doch durchsetzen können, dass die Tafel nach Fertigstellung der Bauarbeiten nach Schulenburg-Nord verlegt, oder aber ein weiteres Schild dort errichtet werden darf.“, so Vogler. Als Trostpflaster für alle vom Flughafen vertriebenen soll diese Tafel nun fungieren und an das erinnern, was vor der bald errichteten Speditionslandschaft war. Mit den Worten „Wir tragen hier unser Dorf zu Grabe“ weihte Vogler endgültig die Tafel ein, die von nun an als einziges Andenken an Schulenburg Nord bestehen bleiben wird.