Deutlicher Sinnes- und Wertewandel nötig

Im Gottesdienst drehte sich alles um unser Nachbarland Frankreich.Foto: austrianer

Gut organisierter Weltgebetstag in Godshorner Kirche

Godshorn. Überall auf der Welt wird der Weltgebetstag gefeiert. Auch in Godshorn, beim ökumenischen Gottesdienst in der Gemeinde Zum Guten Hirten. Die Kirche war nicht ganz voll aber doch gut besucht. Nach der fast einjährigen Vorbereitung der Godshorner Frauengruppe unter der neuen Leitung von Roswitha Wiener, wurde ein ungewöhnlicher Gottesdienst abgehalten. Begleitet durch die zehnköpfige junge Musikgruppe conTAKT wurde das Motto verlesen: „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen!“ Das Partnerland in diesem Jahr war das Nachbarland Frankreich.
Frauen aus der Gemeinde spielten Sprechrollen, in denen sie französische Einwanderer, Migranten und Flüchtlinge, Fremde in der Fremde darstellten. Sie erzählten von ihren Alltagsproblemen. Der oft neuen Sprache, die es zu erlernen galt. Von der Zähflüssigkeit der Behörden bei sozialen und finanziellen Entscheidungen. Über die Missachtung der Menschlichkeit bei sexuell ausgebeuteten Frauen sowie die Ausbeutung von männlichen Arbeitskräften. Über die soziale Kälte.
Sehr schnell wurde deutlich, dass die fanzösische Problematik der deutschen sehr ähnelt. Parallel ging der acht Jahre andauernde Abschiebungsfall der Türkin Gazane Salame aus Hildesheim durch die aktuelle Presse. Auch die Öffnung der EU-Grenzen zu Rumänien und Bulgarien wirft ähnliche Problematiken auf. Es ist sicher zunächst eine politische Aufgabe, hier Grundlagen zu schaffen, die „lebbar“ sind und zukünftige menschliche Lösungen für eine neue Generation ermöglichen. Auch die Gemeinsamkeit der Religionen, die Ökumene, die alle einen positiven Kern für das Leben und das Morgen haben, sollten mit dem Weltgebetstag aufgerufen und aktiviert werden.
Die Godshorner gaben eine größere Kerze an die Gemeinde Engelbostel weiter. Im Jahre 2014 wird Engelbostel als Partnerland Ägypten begrüßen. "Für das nächste Jahr würde ich mir wünschen, dass das Profil des Weltgebetstages weiter geschärft wird. Die Öffentlichkeit braucht einfache und damit verständliche Argumente, die die kirchliche Plattform vergrößern und die Ziele des Weltgebetstages erneut fokussieren. Für mich hat sich deutlich gezeigt, dass wir nur gemeinsam Zukunftsprobleme lösen können und dass wir auf dem besten Weg sind, einen Sinnes- und Wertewandel herbeizuführen. Die Kirchen sind dabei eine noch kleine aber besonders entwicklungsfähige Plattform. Vor allem sind es aber die Menschen, die progressiv die Mitmenschen in ihrer Not erkennen und nicht nach Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht urteilen, sondern spontane Hilfe anbieten. Selbst dann, wenn die Hilfe zur Selbsthilfe abgestempelt wird", so das Fazit eines Teilnehmers.
Es sei ein hartes Stück Arbeit, der Ökumene ein gemeinsames Gesicht und eine Zielrichtung zu geben. Nicht Wortschöpfungen und Worthülsen, sondern einzig und allein Taten veränderten.