Diamantenes Klassentreffen gefeiert

Traditionelles Gruppefoto beim diamantenen Klassentreffen. In der hinteren Reihe Gisela Türk und Wolfgang Schütte (Siebte und Neunte von links), von Anfang an die Organisatoren. (Foto: K. Raap)

Moralisches trennte Mädchen und Jungen

Langenhagen (kr). Das hat schon einen ganz besonderen Stellenwert in der Langenhagener Schullandschaft: Es existiert eine Klassengemeinschaft, die nun schon seit 60 Jahren hält. Am 22. März 1957, zwei Jahre nachdem plötzlich wieder Mädchen und Jungen „als schlichte moralische Maßnahme“ getrennt unterrichtet werden mussten, entließ die Volksschule 1 aus ihren beiden Klassen 8a und 8b insgesamt 74 Schüler ins Berufsleben. Vier Jahre später hatte die Volksschule 1 den heutigen Namen des Schriftstellers Hermann Löns erhalten und wurde in neuerer Zeit als Bau- und Kulturdenkmal eingestuft. Die sorgsam getrennten Mädchen und Jungen fühlten sich auch noch nach der Entlassung derart stark miteinander verbunden, dass daraus 20 Jahre später das erste Klassentreffen resultierte. Es waren Gisela Türk, geborene Ehlers und Wolfgang Schütte, die in wahrer fast einjähriger Sisyphosarbeit Namen und Adressen recherchierten, um dann rechtzeitig ins SCL-Clubhaus einladen zu können. Und diese beiden Ehemaligen hatten vor wenigen Tagen schon zum elften Mal ein perfektes Treffen organisiert. Nach dem ersten Klassentreffen geschah das alle fünf Jahre mit zuletzt zwei zusätzlichen Treffs.
Im „Ambiente“ an der Walsroder Straße kamen jetzt nach sechs Jahrzehnten zum diamantenen Klassentreffen immerhin 30 gutgelaunte Ex-Schüler zusammen. Bei den Damen Helga Giesecke (geborene Lange), Karin Horstmann (geborene Hartmann), Gisela Kaib (geborene Landmesser), Monika Knigge (geborene Deiters), Gisela Türk (geborene Ehlers), Jutta Wenda (geborene Witkowski), Edeltraud Wenrich (geborene Schüssler) und Hella Zipper (geborene Wunram). Von den Herren dabei: Joachim Dühl, Hans Eggelsmann, Detlef Gooßens, Harald Hübner, Werner Klose, Fritz Koch, Winfried Meyer, Werner Schaumann, Wolfgang Schütte und Helmut Taubmann. Ein gemeinsames Essen war der richtige Start für themenmäßig breitgefächerte Gespräche. Kleine und große Politik durften genauso wenig fehlen wie Erinnerungen an tolle Reisen und familiäre und gesundheitliche Situationen. Viele Gedanken galten naturgemäß der ehemaligen Schule. Und dabei dominierten eindeutig die positive Erinnerungen. Bei der achten Zusammenkunft dabei gewesen waren noch die damals 89-jährige Marianne Humpe und der 83-jährige, frühere Junglehrer Otto Wenzel. Gut in Erinnerungen ist vielen Schülern natürlich auch Rektor Georg Stölzer, der übrigens nichts mit der einstigen Geschlechtertrennung zu tun hatte. Und zum 90. Geburtstag von Marianne Humpe, die an der Hermann-Löns-Schule Generationen von Kindern unterrichtet hatte, gratulierten die beiden ehemaligen achten Klassen der Hermann-Löns-Schule am 26. Juni 2010 mit einer Anzeige im Langenhagener ECHO. Im Alter von 95 Jahren ist Marianne Humpe am 30. Mai vergangenen Jahres verstorben. In den 60 Jahren nach der Schulentlassung gibt es bei den Ex-Schülern einige Verstorbene zu beklagen. Sicherlich ein Grund, dass Gisela Türk dafür plädierte, das nächste Klassentreffen bereits in zwei Jahren über die Bühne zu bringen.