Diamantenes Ordinationsjubiläum von Werner Merten

Ein seltenes Jubiläum feiert der 88-jährige Werner Merten.

Festgottesdienst in Engelbostel am Sonntag, 19. Juli um 10 Uhr

Engelbostel/Schulenburg. Seit nunmehr 60 Jahren ist Werner Merten ordinierter Pastor. Zu diesem seltenen Jubiläum gratulierte dem 88-Jährigen nun Landesbischof Ralf Meister mit einer Urkunde. Die Martinskirchengemeinde Engelbostel-Schulenburg, in der Merten seit seinem Ruhestand 1992 ein geistliches Zuhause gefunden hat, feiert dies am Sonntag, 19. Juli, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst.
Der frühere Landessuperintendent Dieter Zinßer wird als langjähriger Freund die Festpredigt halten. Die Professoren Ulrich Bremsteller aus Hannover und Istvan Ella aus Budapest werden als frühere Kollegen die Orgel spielen. Alexander Kuhlo, inzwischen Kreiskantor im Westerwald, wird als ehemaliger Schüler stilvoll den Gottesdienst mit Gesang bereichern; außerdem wird eine Schola den liturgischen Gesang der Gemeinde stützen. In dem Gottesdienst wird das Abendmahl nach alter Liturgie gefeiert, worauf Merten die Gemeinde mit einem Vortrag im Gemeindehaus am Dienstag, 14. Juli, um 19.30 Uhr vorbereitet.
Werner Merten ist 1927 in Stöcken geboren worden und musste schon als 15-Jähriger zur Luftwaffe. Bei Kriegsende geriet er in Eckernförde in Gefangenschaft und fasste durch die Musik neuen Mut. „Für mich war damals die Welt aus den Fugen geraten“, erinnert sich der Reservist: „Aber durch Haydns Schöpfung fasste ich neuen Mut und entdeckte die Verbindung von Theologie und Kirchenmusik.“ Nach dem entsprechenden Doppelstudium in Göttingen und der Promotion 1951 wurde er Vikar in Oesselse und am Kloster Loccum und verbrachte ein ökumenisches Studienjahr in Cambridge in Massachusetts. „Dass ich Anfang Juli 1955 in der Krankenhauskapelle des Friederikenstiftes ordiniert wurde, hat meine sozial-diakonische Gemeindearbeit sehr geprägt“, blickt der Jubilar zurück.
Nachdem der Liturgiewissenschaftler drei Jahre lang dem damaligen geistlichen Vizepräsidenten der hannoverschen Landeskirche bei der Einführung der Agende, dem Gottesdienstbuch, assistiert hatte und nebenbei in der Kirchengemeinde Wettbergen tätig war, begann er seine 34 Jahre währende Tätigkeit in der Corvinus-Kirchengemeinde in Stöcken. „Daneben beauftragte mich die hannoversche Landeskirche 1974, an der Musikhochschule die Verbindung zwischen Kirchenmusik und Landeskirche zu gestalten“, blickt der Honorarprofessor zurück, der auch nach seiner Pensionierung 1992 diese Aufgabe weiter wahr nahm und 2000 sogar noch nach Essen-Werden an die Folkwang-Hochschule wechselte, um dort den Studiengang für ökumenische Kirchenmusik mit aufzubauen. „Dass ich erst mit 81 Jahren richtig in den Ruhestand gegangen bin, hat mich fit gehalten“, freut sich der nunmehr 88-Jährige, der bis heute vertretungsweise in der Martinskirche an den Zweiten Feiertagen und darüber hinaus predigt. Täglich recherchiert er im Internet und kommuniziert per Email, wenn er nicht zu Vorträgen und Konzerten bundesweit unterwegs ist.
Bildunterschrift: Professor Dr. Werner Merten steht seit 60 Jahren als Pastor auf der Kanzel und feiert nun sein Diamantenes Ordinationsjubiläum. Foto: Christian Frehrking.