Die 420 Zuhörer waren restlos begeistert

Zum letzten Mal auf einer Langenhagener Bühne: Ernst Müller bei seinem Auftritt im Forum. Foto: K.Raap

Ernst Müller gab im Forum sein Abschiedskonzert in Langenhagen

Langenhagen (kr). Riesenbeifall für Ernst Müller und sein Orchester beim Abschiedskonzert in Langenhagen. Die rund 420 Zuhörer im restlos ausverkauften Forum beklatschten bei dieser vom Langenhagener ECHO präsentierten AWO-Veranstaltung ein rundum gelungenes Programm. Der Andrang war so stark, daß selbst die Fläche der großen Bühne dicht mit Zuhörern besetzt wurde. Die Musiker begnügten sich, nicht minder dicht gedrängt, mit einem Platz an der gegenüberliegenden Fensterfront. Es wurde eine typische Müller-Vorstellung quer durch Oper, Operette und Musical, eingerahmt durch Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" aus der 9. Sinfonie zum Auftakt und einer beschwingten Interpretation eines Potpourris mit Melodien des unvergessenen Glenn Miller zum Abschluss. Nicht fehlen durften prächtige Melodien-Reigen von Franz Lehár, Giuseppe Verdi, Harold Walters und Gerhard Winkler. Hochkarätige Akzente setzte wieder einmal Kammersänger Hans-Dieter Bader, der mit Ernst Müller bereits seit 1988 zusammen arbeitet und den Langenhagener Musikdirektor unter anderem auf Tourneen durch Japan und Südafrika begleitete. Mit dem "Gassenhauer" O sole Mio, den bereits der große Enrico Caruso intonierte, hatte der in Langenhagen wohnende Tenor schnell die Herzen der Zuhörer gewonnen. Glanzpunkte sicherlich auch die Interpretationen von Richard Taubers "Du bist die Welt für mich" und John Brivers "So war mein Leben". Als Solist stellte sich auch "Teufelsgeiger" Charly Neumann mit seinem Bravourstück "Die Lerche" vor. Der Langenhagener hatte bereits das Vorprogramm mit Caféhausmusik gestaltet.
Durch das Programm führte wie schon seit vielen Jahren der ehemalige Stadtdirektor Klaus Rosenzweig mit vielen vergnüglichen, weitgehend unbekannten Informationen über die einzelnen Kompositionen. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Friedhelm Fischer, Schirmherr der Veranstaltung im Forum, Ernst Müller für die gute und konstruktive Kooperation in den vergangenen Jahren. Ein besonderes Dankeschön kam von Dr. Eckehart Peil, Vorsitzender der AWO-Region Hannover, der ankündigte mit dem Reinerlös dieses Konzertes ein Schulprojekt in Langenhagen zu fördern. Er wisse zwar nicht, warum Ernst Müller sein musikalisches Engagement in der Flughafenstadt beende, er hoffe aber auf die Weiterführung der vielen erfolgreichen AWO-Konzerte an anderer Stelle.
In der Tat bleiben die Motive für Ernst Müllers Beschluss, in Langenhagen seine Konzerttätigkeit zu beenden, ein wenig im Dunkeln. Sicher ist, dass der Musikdirektor in Langenhagen ungemein viel erreicht hat und auch aus gesundheitlichen Gründen zukünftig kürzer treten will. Allerdings habe er, wie er gegenüber dem Langenhagener ECHO betonte, in den vergangenen Jahren "verschiedene Strömungen" gegen seine Person ausgemacht, die ihm das weitere Auftreten in seiner Heimatstadt verleidet hätten. Aber er freue sich schon darauf, viele seiner Freunde und Anhänger bei Konzerten in benachbarten Städten begrüßen zu können. Ausgezeichnet für seine Aktiviäten als Botschafter deutscher Blasmusik wurde Ernst Müller unter anderem mit dem Niedersächsischen Verdienstorden, der Verdienstmedaille der Arbeiterwohlfahrt, dem Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes, der Plakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover, der Ehrennadel des Welfenhauses, dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Langenhagen und dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Mit seinen ingesamt 54 Tourneen durch alle Kontinente der Welt, seinen unzähligen Auftritten in der Region Hannover und seinem sozialen Engagement auf diversen Benefizkonzerten hatte Ernst Müller, der 1958 als 18-Jähriger das Blasorchester der Stadt Langenhagen gründete, jahrzehntelang hervorragende Öffentlichkeitsarbeit für seine Heimatstadt geleistet.