Die beliebten Jazz-Matineen laufen seit 1991

Temperamentvoll, musikalisch überzeugend und umwerfend komisch: So präsentiert sich die Gruppe „Jazzpolizei“ aus Berlin.
 
Die Musiker der „Dixie Company“ gemeinsam mit Manager Horst-Dieter Soltau und Karl-Friedrich Müller (vorn). Archiv-Foto: K.Raap

Große Jubiläums-Party zur 25. Auflage am 21. November im Forum

Langenhagen (kr). Ein wirklich tolles Jubiläum: Schon zum 25. Mal liefen im Sommer 2015 unter dem Motto „umsonst & draußen“ die in der gesamten Region Hannover beliebten Jazzmatineen im Rathausinnenhof Langenhagen. Insgesamt über 5000 Besucher kamen zu den zehn attraktiven sonntäglichen Veranstaltungen mit hervorragenden Bands aus dem In- und Ausland. Und es folgt noch eine spektakuläre Zugabe, die Host-Dieter Soltau, Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Cultour & Co. geplant und organisiert hat. Denn am Sonnabend, 21. November, steigt im Veranstaltungssaal Forum, Schützenstraße 10, von 15 bis 22 Uhr ein spannendes Non-Stop-Programm, wie es gegensätzlicher kaum sein könnte. Mit dabei sind die Gruppen „Jazzpolizei“ aus Berlin, „Iris & Friends“ aus den Niederlanden, die „Dixie Company“ aus Polen sowie die „FTO Bigband“ aus Hannover, die ihre Wurzeln in Langenhagen hat. Und diese hochinteressante Mischung präsentiert Cultour & Co. ebenfalls zum Nulltarif. Für die Bewirtung sorgt der versierte Party-Service Martin Diedloff.
Eine kuriose Mischung aus Marching Band, Improvisations-Theater und temperamentvoller Stimmungsmache bietet die „Jazzpolizei“, die die nötigen Umbaupausen der anderen Band vergessen lassen will. Das Trio mit Gesang über Megafon, Sousaphon und Banjo mischt sich natürlich permanent unter das Publikum mit schwungvoll entstaubtem Dixieland. Bereits bestens bekannt in der Flughafenstadt ist die „Dixie Company“ aus Posen. Die sechs Musiker, die den Hot-Jazz lieben, haben sich auch auf vielen renommierten Festivals einen Namen gemacht. Gespannt sein darf man auf die Sängerin Monica Lewis Schmidt, eine studierte klassische Sopranistin. Sie glänzte auf Opernbühnen genauso wie in Jazzclubs. Mit dem Kornettisten Bas Toscani und seinem Bruder Pim am Schlagzeug sind zwei Musikanten zu hören, die bereits in einer eigenen Band in Langenhagen auftraten und nun in der Gruppe „Iris & Friends“ mit den Ton angeben. Sängerin Iris hat ein anspruchsvolles Programm vorbereitet, das auch viele schöne Evergreens beinhaltet. Swingende Arrangements, die so richtig „losgehen“, sind das Markenzeichen der „FTO Bigband“, aber auch die ständige Suche nach neuen musikalischen Herausforderungen ist nicht zu überhören.
Die Geburtsstunde der Jazzmatineen in der heutigen Form schlug am Sonntag, dem 30. Juni 1991, als hinter dem Rathaus die „Washboard Hot Jazz Company“ einen überzeugenden Auftritt ablieferte. Es folgten im ersten Jahr noch vier weitere Konzerte, von den Langenhagenern mit großer Begeisterung aufgenommen. Zu hören waren damals eine Rock `n` Roll und Blues - Formation, die „Hot Rhythm Aces“ aus Hannover, „Lilian Boutte“ aus New Orleans und die „Swing Town Jazzmen“ aus Langenhagen, die seitdem ununterbrochen dabei waren. Nach dem tollen Echo zum Start gab es ein Jahr später bereits neun Jazzmatineen. Initiator dieser Musikreihe, die sich zu einem Dauerbrenner entwickeln sollte, war Udo Püschel, Vorsitzender des Kultur- und Musikvereins Klangbüchse, der als Wegbereiter von Folkmusik und Kleinkunsttheater bereits wichtige Akzente in Niedersachsen gesetzt hatte. Unter Püschels Regie wurden auch die Rahmenbedingungen attraktiver gestaltet. Dafür sorgten vor allem eine geräumige Bühne, Aktivitäten der Gastronomen und die damit verbundene Bestuhlung des Rathausinnenhofs. Udo Püschel bemerkenswerteste Leistung war es, für ein auch in der Ferienzeit bunteres Langenhagen in wahrer Sisyphusarbeit Sponsoren zu gewinnen, die mit großzügigen Spenden sicherstellten, die Veranstaltungen zum Nulltarif anbieten zu können. Püschels Nachfolger waren Klaus Dittmann und Horst-Dieter Soltau, der in diesem Jahr zum sechsten Mal verantwortlich zeichnet für die Organisation und das Angebot kontinuierlich ausbaute.
„Diese zumindest in Norddeutschland einzigartige Konzertreihe“, so betonte Horst-Dieter Soltau gegenüber dem Langenhagener Echo, das die Aktionen stets tatkräftig unterstützte, „ist seit zweieinhalb Jahrzehnten ein attraktives Ziel für Jazzfans aus der gesamten Region und hat sich längst den Status eines vorbildlich praktizierten Stadtmarketings erworben.“ Ein Kompliment Soltaus gilt auch Karl-Friedrich Müller, der mit seinen Sammelaktionen während der Frühschoppen zur Finanzierung zusätzlicher Veranstaltungen beitrug. Als „Dauertänzer“ ist er seit Jahren ohnehin bekannt.