Die besondere Bedeutung von "umsonst"

Pastor Falk Wook bedankt sich bei Gastredner Simon Benne. (Foto: D. Lange)

Godshorner Laienkanzel mit HAZ-Redakteur Simon Benne als Gastredner

Godshorn (dl). Der 1. Januar ist in der Kirche Zum Guten Hirten in Godshorn seit mittlerweile elf Jahren der Laienkanzel gewidmet. Im Rahmen des Neujahrsgottesdienstes kommen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Gastredner zu Wort, die sich thematisch mit den jeweiligen Jahreslosungen der Christen auseinandersetzen. In diesem Jahr bestieg Simon Benne, Katholik, Historiker und Lokalredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung die Laienkanzel mit dem Versuch einer Deutung jenes Bibelwortes, mit dem schon Martin Luther so seine Probleme gehabt haben soll. Leser der HAZ werden Bennes „Lüttje Lage“-Glossen kennen und haben sicher schon über die amüsanten Geschichten geschmunzelt, die mittlerweile auch in Buchform mit dem Titel:„Erstgeborene, Mittelkind und Nesthäkchen“ erschienen sind. Die aktuelle Jahreslosung 2018 Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ stammt aus der Offenbarung des Johannes 21,6 und wirkt mit seinem verdrehten Satzbau auf den ersten Blick schon ziemlich verwirrend. Ausgewählt wird die Jahreslosung alljährlich von der „Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Bibellesen“ (ÖAB) und ist als Richtschnur im alltäglichen Leben vieler Christen zu verstehen. Auch Benne sagt, dass ihn diese Bibelworte zunächst ratlos gemacht hätten. Vor allem, wenn man an deren Herkunft denkt. Die Offenbarung des Johannes sei selbst schon sehr rätselhaft, trage geradezu apokalyptische Züge und sei gewissermaßen ein Fall für Endzeitfanatiker. Allein aus dem Satzbau „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ lasse sich aber die besondere Bedeutung ablesen, die dem Wort „umsonst“ zukommt. Dabei sei das Wort mitunter negativ behaftet, wenn es heißt: Was nichts kostet, taugt auch nichts. Hinzu komme, dass uns Geschenke ohne Gegenleistungen in gleicher Größenordnung, unserem Leistungsgedanken zufolge, erst einmal misstrauisch machen. Womöglich ist es nur eine milde Gabe und wer will schon bedürftig sein? Das aber, was uns Menschen leben lässt, so Benne, ist umsonst und damit durchaus als ein Geschenk anzusehen, für das niemand etwas leisten müsse.