Die beste Sattlerin im Land Niedersachsen

Anna-Maria Oehlerking zeigt für das ECHO ihr Gesellenstück in der Passier-Produktionshalle am Pferdemarkt. (Foto: G. Gosewisch)

Anna-Maria Oehlerking gewinnt Handwerk-Wettbewerb

Langenhagen (gg). Der Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks wird jährlich seitens der Kammern und des Zentralverbands durchgeführt. Aus jedem der 150 Handwerksberufe dürfen diejenigen Handwerker, die ihre Gesellenprüfung im vorhergehenden Ausbildungsjahr als Klassenbeste bestanden haben, teilnehmen. Die Kammersieger nehmen dann am Leistungswettbewerb auf Länderebene und die Landessieger am Leistungswettbewerb auf Bundesebene teil. Für Niedersachsen wurde nun die Sattlerin Anna-Maria Oehlerking, die ihre Ausbildung in der Langenhagener Manufaktur „G. Passier & Sohn GmbH“ absolviert hat, als Landessiegerin geehrt. Ministerpräsident Stephan Weil gratulierte im Rahmen einer Feierstunde in Celle und würdigte die Leistung der Nachwuchselite. Vom Feinsten ist das Gesellenstück, das Anna-Maria Oehlerking abgeliefert hat – eine Kandarre, eine Zäumung für das Dressurreiten. „Bei der Herstellung ist viel zu beachten. Zuschnitt, Kanten, Nähte – es gibt rund ein Dutzend Arbeitsschritte und alles muss akkurat ausgeführt sein“, erklärt sie im Gespräch mit dem ECHO. Beste Arbeitsbedingungen, bestes Ausgangsmaterial und eine sehr gute Ausbildung bei Passier sei die Voraussetzung für ihre Leistung. Die Passier-Produkte haben in Fachkreisen einen sehr guten Ruf, gelten als das Beste, was es gibt. Fehlerfreie Ausführung ist die grundsätzliche Erwartung der Kunden, weiß Anna-Maria Oehlerking. Den Perfektionsanspruch relativiert sie aber: „Dies hier ist Handwerk, also von Hand gearbeitet. Jedes Stück ist ein Unikat.“
Das Herstellen der Kandarre erfordert 16 Stunden, bis sie fertig ist. „Das Werkzeug dafür ist seit eh und je dasselbe“, erklärt die 19-jährige Gesellin. Sie freut sich, dass die Handwerkskunst, das Wissen, wie es gemacht wird, nach wie vor Bestand hat. Etwas Gutes zu produzieren, macht für sie den Beruf zur Profession. Mit einem großen Lächeln ergänzt sie: „Hier stimmt aber auch das Arbeitsklima mit den Kollegen, es macht Spaß hier zu arbeiten.“