Die Bewohner werden eben älter

Stiftungsvorsitzender Ulrich -seiboth erläutert den Bewohnern Florian Seiboth (links) und Maurus Teichmann die Pläne.Foto: O. Krebs

Stiftung Lindenhof plant große Umbaumaßnahmen

Langenhagen. Die Stiftung Lindenhof hat in der Lindenstraße 21 in Kaltenweide einen Bauernhof umgebaut und unterhält dort ein Wohnheim für 23 geistig und mehrfach behinderte Menschen.
Der Wohnheimbetrieb wird zusammen mit der GBA in Langenhagen organisiert und läuft nun seit mehr als zehn Jahren. Die Betreuung wird durch 16 Mitarbeiter sichergestellt.
Die Bewohner werden nun älter und die Stiftung muss planen, wie das Leben und der Alltag für die Bewohner aussehen, wenn das Arbeitsleben vorbei ist und die Bewohner in Ruhestand gehen.
Ein zweiter Ansatz ist die zunehmende Pflege und Bedürftigkeit im Alter. Bei unseren behinderten Bewohnern ist die Pflege Notwendigkeit, erheblich höher und tritt früher ein als im Bevölkerungsdurchschnitt.
Hinzu kommt eine stärkere Neigung zu Altersdemenz.
Nach Recherchen der zuständigen Stiftung gibt es in ganz Niedersachsen bisher keine Pflegeeinrichtungen, die sich speziell mit Demenz für Behinderte beschäftigen und entsprechende Angebot vorhalten. In „normalen“ Alten Pflegeinrichtungen sind die Mitarbeiter in der Regel nicht auf geistig behinderte Menschen eingestellt.
Und was noch viel wichtiger ist: Die Bewohner im Lindenhof sollen nicht aus ihrer Struktur und ihrem Freundeskreis gerissen werden. Wunsch und Ziel ist es, im Lindenhof alt werden zu können und wenn dazu Pflege notwendig ist, so soll für eine entsprechende Voraussetzung gesorgt werden.
Kompliziert wird das Ganze durch die Struktur der Kostenträger.
So ist die Heimunterbringung im Lindenhof durch die Kostenträger geregelt. Dazu gehört aber nicht die Tagesstruktur, wenn sie nicht mehr in die Werkstatt gehen. Hierfür ist ein anderer Kostenträger zuständig. Das bedeutet das die Tagesstruktur auch räumlich, personell und organisatorisch getrennt durchgeführt werden muss.
Der Bereich Pflege und Altersdemenz ist Sache wieder anderer Kostenträger, hier ist die Pflegeversicherung zuständig. Das bedeutet auch hierfür getrenntes Personal und eine getrennte Organisation.
Die Stiftung möchte nun aber allen Anforderungen entsprechen. Das bedeutet ein umfangreiches Investment in Personal und Gebäude.
In der ersten Phase soll ein Gebäude erstellt werden zur Tagesbetreuung. Hier werden etwa sechs bis zwölf Personen betreut, die nicht mehr in die Werkstatt gehen (altersbedingt oder krankheitsbedingt).
Später kann hier auch eine Betreuung der Demenzkranken, soweit sie mobil sind, ergänzt werden.
In der zweiten Phase soll ein Wohn- und Pflegeheim für etwa 20 Behinderte mit Demenzerkrankungen und verstärktem Pflegebedarf errichtet und betrieben werden.