„Die Bürger wollen klare Entscheidungen“

Rat der Stadt in der Badfrage nach wie vor gespalten

Langenhagen (ok). So ganz aktuell ist das Thema zwar nicht mehr, eher schon bald ein Dauerbrenner in der Langenhagener Geschichte. Und so war es wenig verwunderlich das bei der von der FDP beantragten Aussprache in Sachen Bad keine neuen Sachargumente ans Tageslicht kamen. Vielmehr geriet die Diskussion zu einer Aneinanderreihung gegenseitiger Schuldzuweisungen. Nach Ansicht des Antragstellers Bernd Speich, Vorsitzender der FDP-Fraktion, steht die Glaubwürdigkeit der Politik in Langenhagen auf dem Spiel. „Da wird der Bevölkerung wieder mal vorgegaukelt, dass etwas passiert, doch konkrete Entscheidungen werden im Arbeitskreis nicht getroffen, die fasst der Rat der Stadt“, so Speich. Die FDP-Fraktion fordert den Bürgermeister, die Verwaltung und die rot-grüne Ratsmehrheit auf, dem Rat endlich eine mehrheitsfähige Drucksache zur Entscheidung vorzulegen. Speich: „Die Bürgerinnen und Bürger müssen endlich wissen, womit sie rechnen können und wann ein neues Bad in Langenhagen in Betrieb geht.“. Bis zu diesem Zeitpunkt müsse auch die Funktionsfähigkeit des Godshorner Bades garantiert werden. „Die Bürger wollen klare Entscheidungen und nicht immer neue Ankündigungen. Sie wollen, dass endlich etwas passiert“, wetterte Speich in der jüngsten Ratssitzung. Die FDP-Fraktion werde sich keiner sinnvollen und finanzierbaren Lösung verschließen. Aber eine sinnvolle und finanzierbare Lösung sehen Viele eben nicht in einem Neubau, sondern in einer Grundsanierung des Godshorner Bades. Aus dem Westen der Stadt komnmt viel interfraktioneller Gegenwind für den Standort an der Theodor-Heuss-Straße, sowohl Ulrich Weyel (SPD) aus Godshorn als auch Dietmar Grundey (CDU) aus Schulenburg machten sich in der jüngsten Ratssitzung für das Bad an der Berliner Allee stark. Beide sind sich einig, dass in Godshorn ein verhältnismäßig gutes Hallenfreibad stehe, das die Betreibergesellschaft mit relativ wenig Geld in Schuss halte. Um Kosten auf Dauer zu senken, sprach sich Weyel für ein Blockheizkraftwerk und eine Solaranlage aus. Ein neues Bad sei bei der derzeitigen Finanzlage allerdings nicht drin. Horst Mägel gab in der Einwohnerfragestunde allerdings zu bedenken, dass die Technik in Godshorn doch sehr veraltet sei, bald eine Erneuerung der gesamten Anlage auf die Stadt zukommen könnte. Eine Vermutung, die Stadtbaurat Carsten Hettwer bestätigte.
CDU-Fraktionschef Mirko Heuer, der sich nach eigener Aussage aus „plakativem Protest“ aus dem Arbeitskreis Bad zurückgezogen hat. Frustriert betonte Heuer in der aktuellen Aussprache, dass 99 Prozent aller Anträge, auf denen CDU steht, von der Ratsmehrheit abgelehnt würden. Nicht anders habe es sich beim Thema Schwimmbadneubau verhalten, wo zum Beispiel Vorschläge wie eine moderierte externe Begleitung des Projektes oder Gedanken über ein PPP (Publib Private Partnership)-Modell abgeschmettert worden seien. Heuer in Richtung Bürgermeister und SPD: „Keiner von Ihnen hat auch nur den Versuch unternommen, den Haushalt unserer Stadt auf einen Badneubau vorzubereiten.“ Die CDU müsse nicht mehr in einem Arbeitskreis sitzen, der nur dazu diene, ein mehrheitsfähiges Badmodell für SPD und Grüne zu finden, die zentralen Forderungen unserer Fraktion jedoch seit Monaten ignoriert. „Was das neue Bad für Langenhagen bieten muss, steht für die CDU mindestens seit Beginn dieser Ratsperiode fest. Da müssen wir nichts mehr diskutieren.“ Wolfgang Kuschel (SPD) warf der CDU zwar vor, in der vergangenen Legislaturperiode kein Bad auf den Weg gebracht zu haben, räumte jedoch ein, dass auch seine Partei streckenweise kurzatmig und ohne Stehvermögen agiert habe. Er habe aber Vertrauen in die Arbeit von Bürgermeister und Verwaltung, nach Beendigung der Investorensuche werde im Sommer eine Entscheidung fallen. Denn: „Alle Parteien haben ein Bad versprochen.“ Das stellte Dirk Musfeldt (Grüne) zwar nicht in Abrede, allerdings kann er sich schwer vorstellen, „für ein Bad auf andere wichtige Investiitionen“ zu verzichten.“ Ansonsten handle es sich in der Aussprache um „olle Kamellen“, die Ereignisse stünden noch bevor. Und in der Tat scheint doch etwas Bewegung in die Geschichte zu kommen, Stadtbaurat kündigte für die nahe Zukunft eine neue Drucksache zu diesem Thema an, in der es wohl hauptsächlich um die Betreibergesellschaft gehen soll.