Die Bundeswehr macht Wege dicht

Die Bundeswehr reagiert und riegelt den Standortübungsplatz mehr ab.

Standortübungsplatz: Zutritt nur noch für Fußgänger und Fahrradfahrer

Langenhagen (ok). Es geht nicht mehr anders: Die Bundeswehr macht die sechs Zugänge zum Standortübungsplatz dicht – es werden neue Schranken installiert und weitere Wege mit ein Meter hohen und ein Meter breiten Brunnenringen aus Beton gesichert. So ist es ab Mitte Juli nur noch möglich, unter den Schranken durchzuklettern und so zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Truppenübungsplatz zu gelangen. Eine erste Warnung, sollte es zu weiteren Vorfällen kommen, könne es schwerwiegendere Konsequenzen geben, gab der zuständige Stabsfeldwebel Frank Wenske im Gespräch mit dem ECHO unmissverständlich zu verstehen. Vor drei Jahren war der Platz nach einem Antrag des Bürgervereins Isernhagen-Süd erst der Öffentlichkeit in diesem Maße zugänglich gemacht worden. Was hat die Bundeswehr dazu veranlasst, diese Kehrtwendung einzuschlagen. Motorradfahrer, Reiter und auch Hundebesitzer sowie Familien mit Kindern– viele von ihnen halten sich nicht an die Vorschriften, betreten den Platz während des Übungsbetriebes mit Sprengfallen und Übungsmunition und reagieren bei Ermahnungen auch noch frech. „Eine häufige Ausrede, die wir hören, ist, die rote Fahne nicht gesehen zu haben“, sagt Frank Wenske. Diese Schutzbehauptung wird in Zukunft nicht mehr ziehen, denn ein einfaches Durchfahren ist ab Mitte Juli eben nicht mehr möglich. Eine verbotenes Betreten des Platzes kann nicht nur einen Platzverweis nach sich ziehen, sondern ist auch eine Ordnungswidrigkeit, für die 120 Euro fällig werden. Die Bundeswehr weist auch noch einmal auf die ganzjährige Leinenpflicht für Hunde hin; erst vor Kurzem ist ein Rehbock gerissen worden. Das Unrechtsbewusstsein ist nach Ansicht der verantwortlichen Soldaten bei einigen Zeitgenossen nicht sehr ausgeprägt: So werden einfach undefinierbare Flüssigkeiten abgestellt, Müll abgelagert und hingeschmissen, Zäune zerstört und Schilder rausgerissen. Abgesehen von der Verletzungsgefahr müssen die Kosten vom Steuerzahler getragen werden. Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr wurde ein Zaun erneuert, der 750 heranwachsende Birken schützen sollte (das ECHO berichtete). Anscheinend vergebliche Liebesmüh, denn der Zaun ist schon wieder zerschnitten worden. Der Bundeswehr bleibt nichts anderes übrig, als den Weg mit Reisig zuzuschütten, sodass der Standortübungsplatz auf diese Art und Weise nicht mehr betreten werden kann. Einige Zahlen zum Vergleich, um die Bedeutung des Standortübungsplatzes hervorzuheben: 2012 hat die Bundeswehr an 159 Tagen 4.487 Soldatinnen und Soldaten ausgebildet; 2013 waren es 5.113 Soldatinnen und Soldaten an 98 Tagen: Aber auvh Ordnungsbehörden wie Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutzverbände nutzen den Platz. 2012 mit 933 Frauen und Männern an insgesamt 69 Tagen; 2013 mit 1.000 Frauen und Männern an 46 Tagen. Aktuelle Infos stehen auf www.langenhagen.de. Für weitere Fragen steht Stabsfeldwebel Frank Wenske auch unter der E-Mail-Adresse ustpersstoaehannover@bundeswehr.org.