Die Eishalle ist Geschichte

Die Eishalle an der Brüsseler Straße ist jetzt Geschichte; die Hannover Scorpions haben ihre neue Heimat in der Wedemark gefunden. (Foto: O. Krebs)

Rat der Stadt Langenhagen beschließt mit deutlicher Mehrheit das Ende der Immobilie

Langenhagen (ok). Das Thema Eishalle in Langenhagen ist durch, etwa zehn Jahre nach der Eröffnung hat der Rat der Stadt Langenhagen jetzt den Abriss der Immobilie an der Brüsseler Straße beschlossen. Das herzergreifende Pädoyer des achtjährigen Moritz Eichhorn für den Weiterbetrieb in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Ratssitzung konnte den Rat der Stadt Langenhagen nicht umstimmen, letztendlich sei das wirtschaftliche Risiko nicht mehr tragbar. Mit 28 Ja- und sieben Nein-Stimmen hat sich eine deutliche Ratsmehrheit für den so genannten Rückbau des Gebäudes entschieden. Aus Sicht der SPD hätte viel Geld für die Ertüchtigung in die Hand genommen werden müssen. Geld, das wegen des Defizits von 12,6 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer einfach fehle. Der Betrieb einer Eishalle sei zudem keine kommunale Aufgabe, die Konkurrenz in der Region groß. Diesem Argument des SPD-Fraktionschefs Marc Köhler widersprach Andreas Eilers von der Wählergemeinschaft. Die Nachfrage sei groß, auch in Sachen Behindertensport. Joachim Balk (FDP) sprach von einer traurigen Geschichte, bei der er sich auch von Hochglanzbroschüren habe blenden lassen. Die CDU dagegen präsentierte sich bei der Frage gespalten, Felicitas Weck (die Linke) sprach sich für den Erhalt der gerade mal zehn Jahre alten Eishalle aus. Genauso wie übrigens Bürgermeister Mirko Heuer, der gerade im öffentlichen Eislauf ein großes Potenzial sieht. Das meint auch Bernhard Döhner (CDU). Die Eishalle habe für Langenhagen gute Arbeit geleistet, sei auch ein Treffpunkt für junge Leute. Er wagt zu bezweifeln, dass sich das Grundstück direkt an der Bahn so gut vermarkten lässt. Für Maren Rietschel (Grüne) ist die Fortsetzung der Geschichte der Eishalle eine Ressourcenvernichtungsmaschine. Eissport sei kein Breitensport, eine Eishalle nicht mit einer Schwimmhalle zu vergleichen. Mirko Heuer gab zu, dass er nach Signalen aus der Poltik vielleicht nicht mehr mit dem notwendigen Elan um die Eishalle gekämpft zu haben. Die Zahlen des Betreibers hätten nicht wirklich gut ausgesehen. Ein möglicher Rechtsstreit um Zahlungen habe keinen Einfluss auf den Abriss der Halle; das Mietverhältnis sei ordentlich gekündigt. Er werde der Politik aber Vorschläge unterbreiten, die wegen einer Nachnutzung an ihn herangetragen worden seien. Radsport, Turnen, Handball, Skaten – vieles ist möglich. Der Ball liegt jetzt wieder im Feld der Politik, denn die Abrissbagger können noch nicht sofort anrollen. Erst einmal ist das Hallenfreibad Godshorn an der Reihe.