Die große Chance zum Träumen

Zogen die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Musik in den Bann: Byol Kang an der Violine und Boris Kusnezow am Klavier.Foto: O. Krebs

„Rhapsody in School“ bringt klassische Musik an der RKS näher

Langenhagen (ok). Beethoven, Mozart, Schubert oder Haydn: für viele Jugendliche böhmische Dörfer? Nun, gehört haben die meisten die Namen dieser Komponisten sicher schon einmal, aber mit ihrer Musik können sie oft nicht so viel anfangen. "Dabei steckt so viel dahinter", schwärmt Pianist Boris Kusnezow. Der Berufsmusiker, der in Langenhagen sein Abitur gebaut hat, geht zusammen mit der Violinistin Byol Kang mit dem Projekt „Rhapsody in School“ an die Schulen. Eine Idee, um den Kids die klassische Musik näherzubringen. „Vor 200 bis 300 Jahren hatten die Menschen nämlich auch schon Gefühle und haben sie in der Musik ausgedrückt“, sagt Byon Kang. Gerade die klassische Musik biete durch ihre Vielfältigkeit die Chance zum Träumen und seinen Gedanken nachzuhängen. Die Leidenschaft der Musik lasse die Emotionen besser rüberkommen und lasse auch viel Interpretationsspielraum. Aber: Die Art der Musik hänge nicht unbedingt mit der Stimmungslage des Komponisten zusammen. Beispiel Ludwig van Beethoven: Gerade in der Phase seines Lebens, als er immer tauber wurde, schrieb er das fröhliche Stück „Frühlingssonate“. Drei Musikstücke von van Beethoven, Edvard Grieg und Francis Poulenc, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, hatte das Duo mitgebracht. Und die Bandbreite der Aussagen der Schülerinnen und Schüler zu den Stücken war fast genauso groß, reichte von traurig, hoffnungsvoll, wütend und ausdrucksvoll bis hin zur Verfolgungsjagd. Was bedeuten Wörter und Sätze; was will der Komponist sagen? Boris Kusnezow: „Es ist spannend, dass sich jeder etwas Unterschiedliches vorstellt.“
Und das professionelle Duo machte der zehnten Klasse an der Robert-Koch-Realschule auch klar, wie sich Emotionen durch kleine oder auch größere Variationen des Stückes verändern können. Dur oder Moll, schnell oder langsam – Beispiele, die den Eindruck und das Bild, das das Stück vermittelt, komplett verändern können.
Möglichkeiten und Spielräume, die die Mädchen und Jungen in der klassischen Musik so noch nicht gesehen hatten. Und so schienen die beiden freischaffenden Künstler am Ende der spannenden Doppelstunde eines zumindest erreicht zu haben, auch, wenn die Mehrzahl sicher nicht gleich von Rock, Pop oder House auf Klassik umsteigt: Ein gewisses Interesse an klassischer Musik und Verständnis für die damalige Zeit ist geweckt worden.