Die große Flut

Die Bilder sind kaum zu ertragen. Menschen verlieren Leib und Leben, Hab und Gut. In Pakistan hat ein Überlebenskampf für Millionen Menschen eingesetzt. Vieles ist förmlich weggeschwemmt, Wege zerstört. Hilfe erreicht die Menschen erst allmählich. Kinder sind die Schwächsten, sie haben am Wenigsten entgegenzusetzen. Wir nehmen dies in unserem Land wahr und sind doch selbst beunruhigt. Große Wassermassen fluten auch in manchen unserer Landesteile die Straßen und Häuser. Wir schauen beunruhigt auf die teils heftigen Regenschauer der letzten Wochen.
Die Unterstützung für das geschundene Land läuft spärlich an, heißt es. Ungeachtet der komplizierten politischen Situation in Pakistan ist jedoch jetzt die Hilfe nötig. Die Hilfsorganisationen schließen sich zusammen, die Kräfte werden gebündelt. Doch Vieles fehlt, an Material, auch an Menschen, die in die Rettungsarbeit eingebunden werden können.
Die Katastrophenhilfe des Diakonischen Werkes ist Teil der Hilfsorganisationen. In den Kirchengemeinden werden Kollekten umgewidmet. Wir brauchen auch in politischen Konfliktlagen die Orientierung auf die Menschen, die selbst schuldlos in Leid und Not geraten. Nach wie vor gehört unser Land zu denjenigen, die abgeben können und müssen.
Das dient dem Frieden, letztlich auch uns selbst hier an unserem Ort. Natürlich gibt es immer wieder Zweifel am Verbleib von Spendenmitteln. Ich weiß aus zahlreichen Kontakten, wie sorgsam damit umgegangen wird, besonders in Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen. Es ist schwierig genug, überhaupt die Bahnen für geordnete Hilfe herzustellen.
Jetzt ist eine akute Situation. Wer jetzt hilft, macht neuen Mut. Ich bin sicher, dass sich diese Hilfe langfristig auswirkt. Vielleicht sogar Jahre später in hoffentlich wieder besseren Zeiten. Dann mag es heißen: Damals wart Ihr da, und das war uns eine Hilfe.

Martin Bergau, Superintendent