Die Hüter des Gemeindefeuers gehen

Matthias-Claudius-Gemeinde: Tag des Abschieds für Ilka und Burkhard Straeck

Krähenwinkel/Kaltenweide (ok). So viel parkende Autos stehen an der Walsroder Straße in Höhe der Matthias-Claudius-Kirche noch nicht einmal am Heiligabend. Ein untrügliches Zeichen dafür, welch hohe Wertschätzung das Pastorenehepaar Ilka und Burkhard Straeck in ihrer Gemeinde genossen hat. Nach 15 Jahren war am Sonntag der Tag des Abschieds gekommen, eine „erfüllte Zeit“ wie die beiden Geistlichen übereinstimmend sagten. Im Februar werden sie ihre neuen Pfarrstellen in Grasdorf und Laatzen-Mitte antreten. Beim Festgottesdienst betonte ihr Vorgesetzter, Superintendent Martin Bergau, wie eng das Duo mit der weitläufigen Gemeinde verbunden gewesen sei, sich immer bemüht habe, „mittendrin statt nur dabei“ zu sein. So mischten sich auch bei ihm Freude und Wehmut. Freude über die neue Aufgabe, die er den beiden erfahrenen Theologen von Herzen gönne und für die er sie gerne von ihren Aufgaben in Krähenwinkel und Kaltenweide entbinde. Aber zugleich auch Wehmut über diesen großen Verlust für die Matthias-Claudius-Gemeinde, in der zunächst einmal Pastor Paul-Martin Gundert die Vakanzvertretung übernehmen wird, bis die Pfarrstelle neu besetzt ist. Voraussichtlicher Zeitraum: etwa ein halbes Jahr. Bergau, der genau wie viele Kolleginnen und Kollegen der Straecks zur Verabschiedung gekommen war: „Loslassen kostet Kraft, aber alles hat seine Zeit!“ Die beiden Straecks hätten die Gemeinde vor 15 Jahren in einer äußerst schwierigen Situation übernommen, dann kontiniuierlich an ihr gebaut und versucht, die riesige Herausforderung „Weiherfeld“ zu meistern. „Sie haben immer ihre Verbundenheit im Amt unter Beweis gestellt“, so Bergau zu den beiden Hauptpersonen des Tages. Jetzt müsse das Paar zunächst einmal das neue Pfarrhaus einrichten, bevor Seele und Herz hinterherkommen können. Kirchenvorsteher Reinhard Brendel verglich die Aufgabe des Pastorenehepaares mit der eines Hüters des Feuers, der die Glut entfachen und immer wieder anheizen muss. „Vor 15 Jahren habt ihr hier allerdings einen Flächenbrand vorgefunden“, blickte auch er noch einmal zurück. Als originelles Geschenk vom Kirchenvorstand gab’s einen Schürhaken, um das Feuer in den neuen Kirchengemeinden immer zu schüren und gleich einen Gutschein für einen Kubikmeter Feuerholz obendrauf. Passend zu dem Tag sang der Gospelchor unter der Leitung von Holger Kiesé „Think of me, forget me not“.
Während Bürgermeister Friedhelm Fischer in seinem Grußwort betonte, dass das Pastorenehepaar seine Tätigkeit nicht nur als Beruf, sondern immer als Berufung verstanden habe, ist Krähenwinkels Ortsbürgermeister Klaus-Konrad Behrens die fürsorgliche Art des Theologen-Ehepaares in Erinnerung geblieben, das die Gemeinde mit viel Fingerspitzengefühl geführt habe. Seinem Pendant aus Kaltenweide, Wolfgang Langrehr, ist neben vielen Aktionen und Projekten, die in der Ära Straeck ins Leben gerufen worden sind, vor allen Dingen eins in Erinnerung geblieben: der Applaus in der Kirche. Und diesen Applaus gab es auch langanhaltend, als die beiden Pastoren allen langjährigen Weggefährten Danke gesagt hatten, nachdem diese sich mit vielen unterschiedlichen Beiträgen von ihnen verabschiedet hatten. Burkhard Straeck bleibt Langenhagen über den Hospizverein aber noch eine Weile, wenn auch aus der Ferne erhalten. Und auch der letzte große Wunsch von Ilka und Burkhard Straeck in ihrer Amtszeit scheint sich zu erfüllen. Rund 1.000 Euro kamen bei der Kollekte zusammen, so dass jetzt ein Einbauschrank für die Eltern-Kind-Gruppe in Angriff genommen werden kann.

BU: Haben in der Matthias-Claudius-Gemeinde Zeichen gesetzt: Ilka und Burkhard Straeck.Foto: O. Krebs