Die Jacke soll nicht schmelzen

Stadtbrandmeister Arne Boy trägt die neue Einsatzbekleidung und erklärt die Vorteile in Bezug auf Schutzwirkung und Gewicht. Die bisherigen blauen Einsatzjacken haben bald ausgedient. (Foto: G. Gosewisch)

Feuerwehrmänner bekommen neue Bekleidung

Langenhagen (gg). Die Stadtverwaltung beschafft derzeit Bekleidung für die Feuerwehr-Einsatzkräfte. 320 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen in den sechs Ortsfeuerwehren erhalten neue Einsatzjacken und -hosen. Hintergrund ist der Fortschritt in der Textiltechnik – leichtere Materialien bieten mehr Bewegungsfreiheit ohne Abstriche in Bezug auf die Sicherheit. Der dreischichtige Aufbau ist funktionsbedingt. Das Außenmaterial besteht aus der sogenannten Nomex-Faser. Diese ist flammfest und hat eine hohe Temperaturbeständigkeit. Beim Einsatz läuft der Feuerwehrmann nicht Gefahr, dass die Jacke schmilzt und abtropft. Die zweite Schicht ist eine innenliegende Membran aus PTFE, besser bekannt unter dem Handelsnamen Teflon. Die Innenschicht besteht aus Aramid, ebenfalls ein extrem hitzebeständiges, aber auch reiß- und schnittfestes Material.
Der Begriff Maßanzug wird im Allgemeinen als Bezeichnung für ein besonders luxoriöses Kleidungsstück verstanden. Oberflächlich betrachtet wirkt es kurios, dass sich das Feuerwehr-Stadtkommando in den vergangenen Monaten genau damit beschäftigt hat, doch das Gegenteil ist der Fall. Es geht um die Sicherheitsfunktion. Stadtbrandmeister Arne Boy klärt auf: „Arm- und Beinlänge müssen stimmen, sonst drohen Verbrennungen.“ Umfangreich habe sich das Stadtkommando mit der Beurteilung der neuen Jacken und Hosen beschäftigt. Der Besuch der Interschutz (Fachmesse für Brand-/Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit) im vergangenen Jahr habe weitere Erkenntnisse gebracht. Arne Boy erklärt: „Unsere Auswahl, nun nach der Ausschreibung des Auftrags, orientiert sich an der Funktion und der Wirtschaftlichkeit.“ So soll die Bekleidung mehr als 25 Wäschen ohne Beeinträchtigung der Schutzwirkung überstehen. Wenn Reparaturen nötig werden, garantiert der Hersteller diese innerhalb von wenigen Tagen. Integriert in der Jacke ist bereits ein Sicherheitsgurt, beispielsweise für das Abseilen. Dicke Schulterpolster sollen das Tragen des Atemschutzgeräts weniger schmerzhaft machen. Arne Boy ergänzt: „Ich habe die Ausstattung bereits in der Atemschutzstrecke (Übungsbedingungen) getestet und hatte das Gefühl, deutlich weniger zu schwitzen.“
Mit rund 1.200 Euro schlägt eine vollständige Ausstattung eines Feuerwehrmanns zu Buche. Neben Jacke und Hose (Kostenanteil rund 800 Euro) gehören dazu Helm, Stiefel, Handschuh und Zubehör, wie beispielsweise der Sicherheitsgurt. Der Beschaffungszeitraum der neuen Bekleidung, nun beige statt blau, beträgt drei Jahre.