"Die Kinder sind bei uns mittendrin"

Aber: Inklusion muss gesamtgesellschaftlich noch in die Köpfe

Langenhagen (ok). Thema Inklusion: Im Kleinen funktioniert es ganz gut, im Großen gibt es allerdings noch eine Menge Nachholbedarf. Im Klartext: In den Einrichtungen Langenhagens – in der Flughafenstadt sind es insgesamt 44 Plätze in neun Kitas, Krippen oder Horten – läuft die Integration gut, gesamtgesellschaftlich und politisch gebe es allerdings noch eine Menge Nachholbedarf. Dieser Ansicht sind zumindest die beiden Kitaleiterinnen Andrea Plecksnies (Kita Zellerie) und Waltraud Dachwitz (Arche). Waltraud Dachwitz: "Die Kinder sind bei uns mittendrin. Es wird nichts aufgestülpt, sondern wächst von unten hoch." Die beiden hattten sich mit anderen Erzieherinnen und Erziehern Tipps beim Vortrag "Inklusion – Eine Chance zur Neuorientierung" geholt. Und dabei sei auch deutlich geworden, dass sich die Haltung zum Thema Inklusion verändern müsse. Deutschland liege fast am Ende der europäischen Skala, was das angehe. Unser Land sei ein Land, in dem Separation noch in den Köpfen verankert sei. Dabei sei es absolut der falsche Weg, den "Kindern einen Stempel aufzudrücken", sagt Stephanie Emmel, Kitafachberaterin der Stadt Langenhagen. Die Vielfalt sei es ja schließlich auch, die die Erziehung ausmache. Und Kinder mit einem bestimmten Förderungsbedarf gebe es in den Kitas genug, das sei keinesfalls zu spezifizieren. "Das verwächst sich" sicher keine Aussage, die Dunkelziffer der Eltern, die mit ihrem Problem nicht an die Öffentlichkeit gehen, nach wie vor hoch.Ein multiprofessionelles Team aus Ergotherapeuten, Motopäden, Heil- und Kindheitspädagogen müsse agieren und vor allen Dingen früh reagieren. Denn: "Früh zu investieren, heißt später nicht so teuer zu reparieren", sagt Stephanie Emmel. Im Alter bis zu sechs Jahren seien die Kinder am aufnahmefähigsten.