Die Kümmerer aus dem Westen

Wollen als Unabhängige das Zünglein an der Waage sein: Matthias Jürgens (links) und Matthias Schreiber aus Engelbostel. (Foto: O. Krebs)

Matthias Schreiber und Matthias Jürgens als UWE im Engelbosteler Ortsrat

Engelbostel (ok). Sie wollen auf Engelbostel aufpassen und haben ab Dienstag, 8. November, die Möglichkeit dazu. Dann findet im Westen Langenhagens die konstituierende Ortsratssitzung der neuen Legislaturperidode statt, und Matthias Jürgens und Matthias Schreiber sind in der nächsten Legislaturperiode im Gremium als Unabhängige Wähler Engelbostel (UWE) mit von der Partie. Und können die Politik in Engelbostel kräftig mitgestalten. Denn UWE – die Gruppierung erreichte aus dem Stand 20,2 Prozent der Wählerstimmen – hat zwei Sitze im Ortsrat, ist zusammen mit der grünen Vertreterin Karin Eggers das Zünglein an der Waage. Und eins ist jetzt schon klar für die beiden, die sich durch das Fußballtraining ihrer Kinder kennen gelernt haben: Eine Koalition wird es mit ihnen nicht geben, parteipolitische Zwänge sind den beiden fremd. UWE setzt auf sachorientierte Politik mit wechselnden Mehrheiten, will die Engelbosteler mitbestimmen lassen. So machen sie zum Beispiel ihre Entscheidung für die erfahrene Gudrun Mennecke (SPD) oder Newcomerin Bettina Auras (CDU) als Ortsbürgermeisterin auch vom Meinungsbild auf ihrer Homepage www.uwe-engelbostel.de abhängig machen. Zwischen den beiden großen Parteien gibt es ja ein Patt in Engelbostel. Schreiber und Jürgens wollen ihr Ohr am Puls der Zeit im Ort haben, sich mit Vertrauten über Entwicklungen beraten. Vieles sei in der Vergangenheit schiefgelaufen, beispielsweise die Kreuzwippe für viel Geld renoviert oder gegen die Interessen des Westens für eine Schließung des Godshorner Hallenfreibades argumentiert worden. Die Devise von UWE heißt: Wir für Engelbostel. Schreiber – er saß von 2006 bis 2011 schon einmal im Engelbosteler Ortsrat – und Jürgens: „Wir setzen uns ausschließlich für Engelbosteler Belange ein, ohne Fraktionszwang aus Langenhagen und ohne Beiträge und Spenden.“ Frischer Wind soll im Ortsrat wehen, der Westen der Stadt wieder mehr Gehör finden; UWE freut sich über die unerwarteten Stimmen der Engelbostelerinnen und Engelbosteler. Und UWE ist froh über jeden, der bereit ist, sich für Engelbostel zu engagieren, ist nach allen Seiten hin offen und will sich kümmern. Der Sport und die Jugend liegen den zweien am Herzen – sie setzen sich für eine neue Sporthalle in Engelbostel und für den Erhalt des Godshorner Freibades ein. Dort schwebt ihnen eine Genossenschaftslösung vor. Weitere wichtige Themen: Verkehrsberuhigung, durch Engelbostel soll es nicht zum Flughafen gehen; freies WLAN auch für Engelbostel und die Aufrechterhaltung der Nahversorgung. Durch die fraktionsunabhängigen UWE-Mitglieder sollen die Ortsratsbeschlüsse in Engelbostel in Langenhagen wieder mehr Gewicht bekommen.