Die Mission heute

Helmut Grimmsmann vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk. (Foto: D. Lange)

Diskussion in der Matthias Claudius Kirche

Krähenwinkel (dl). Auch wenn der eine oder andere noch das Bild aus dem 19. Jahrhundert vom weißen Missionar vor Augen haben mag, der den “Wilden“ in Afrika das Evangelium eingebläut hat; die Zeiten missionarisch-kolonialer Eroberung mit Gewalt und unter Missachtung einheimischer kultureller Traditionen ist, was den christlichen Missionsauftrag angeht, gottlob vorbei. Die christliche Missionsarbeit ist längst keine Einbahnstraße mehr, sondern eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die hier wie dort durch einen regen Austausch auf eine Belebung des Gemeindelebens setzt. Dass die gesellschaftliche, politische und auch die wirtschaftliche Realität in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt oftmals eine andere ist, soll dabei nicht verschwiegen werden. Besonders Afrika leidet nach wie vor an den dramatischen Folgen der zahlreichen Bürgerkriege auf dem schwarzen Kontinent. Die Matthias-Claudius-Kirche in Krähenwinkel beschäftigt sich deshalb aus Anlass ihres 50jährigen Jubiläums zur Zeit in Form einer kleinen Vortragsreihe mit dem Thema den Aufgaben der „Mission heute“ und hatte dazu Helmut Grimmsmann vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk (ELM) aus Hermannsburg eingeladen. Das ELM in Niedersachsen entsendet Personal in die lutherischen Kirchen in Afrika, Lateinamerika und Asien und unterstützt dort die Gemeinden und Projekte. Missionsarbeit ist heute vielmehr eine Entwicklungshilfe auf der Basis des christlichen Glaubens. Neben Theologen werden beispielsweise Lehrer, Handwerker und medizinisches Fachpersonal in die Partnergemeinden entsandt. Ferner bietet ein Freiwilligenprogramm- auch in der Matthias-Claudius-Gemeinde- jungen Menschen, in der Regel nach ihrem Abitur, die Chance, in einer Partnerkirche mitzuarbeiten und so den Menschen in ihrer Kultur zu begegnen. Die Missionswerke verstehen ihre Arbeit als Entwicklungshilfe zur Stärkung von Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten, auf sie zu hören und sie seelsorgerisch zu begleiten, steht für sie dabei im Vordergrund. Die moderne Entwicklungshilfe als Missionsauftrag sieht nicht nur die christlichen Werte als Grundlage ihrer Arbeit, sondern ist geradezu zum Scheitern verurteilt, wenn sie andererseits nicht das Weltbild und das Selbstverständnis der Menschen berücksichtigt. Mission heute ist also geprägt durch den Austausch unter den Kulturen. Es geht darum, Menschen mit Menschen ins Gespräch zu bringen und ihnen zu helfen, „den Fuß auf die erste Sprosse der Leiter zu stellen“.