Die Revolution frisst ihre Kinder

Das Drama ist eines der sprachgewaltigsten Werke der Weltliteratur.

"Dantons Tod" am Mittwoch, 14. Dezember, im Theatersaal

Langenhagen. Mit Georg Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“ steht am Mittwoch, 14. Dezember, um 20 Uhr eines der sprachgewaltigsten Werke der Weltliteratur auf der Bühne des neuen Theatersaals in Langenhangen. Regisseur Wolfgang Hofmann macht in seiner Inszenierung abstrakte politische Vorgänge hochemotional erfahrbar.
Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – das sind die entscheidenden Ziele der Französischen Revolution. Seit dem Sturm auf die Bastille, der den Beginn markiert, sind fünf Jahre vergangen. Jetzt richtet sich die Gewalt nicht mehr nur gegen die konstitutionelle Monarchie, sondern auch gegen die eigenen Mitstreiter, allen voran Georg Danton. Der führende Kopf der Jakobiner, vormaliger Justizminister und Gründer des Wohlfahrtsausschusses, steht nun vor dem Tribunal, das er ein Jahr zuvor selbst geleitet hatte. Sein einstiger Freund Maximilien Robespierre beansprucht die Macht für sich und verfolgt den Plan, die Tugend um jeden Preis durchzusetzen. Mit Terror und Gewalt schaltet er seine politischen Gegner rigoros aus. Bei dem Tribunal, das über Leben und Tod entscheidet, kommt es zu einem der scharfzüngigsten Rededuelle der Weltliteratur.
„Macht, Freundschaft, Verrat, Liebe und Ideale, die vertreten werden sollen – es geht in Büchners ,Dantons Tod‘ um die Themen, für die wir gerne ins Theater gehen“, fasst Regisseur Wolfgang Hofmann die wichtigsten Punkte des Dramas zusammen. Hofmann, der in den vergangenen Jahren bereits „Faust. Der Tragödie erster Teil” und „Venedig im Schnee” für das Theater für Niedersachsen inszenierte, begeistert sich besonders für die Büchnersche Sprache. Denn für ihn ist wichtig, dass „das Publikum Lust und Vergnügen am Zuhören und nicht nur am Zusehen“ hat. In dem 1835 entstandenen Drama erzählt der damals erst 21-jährige Büchner vom Scheitern einer humanistischen Idee, ohne die Idee selbst zu verleugnen. Die einstigen Lenker der Geschichte sind nicht mehr Herr ihrer Entscheidungen, denn die Eigendynamik der Ereignisse ist so groß, dass das Individuum nur wehrlos zusehen kann.
Karten für „Dantons Tod“ am Mittwoch, 14. Dezember, 20 Uhr, im Theatersaal Langenhagen kosten elf bis 28 Euro und sind bei allen bekannten Verkaufsstellen, zum Beispiel bei presso im CCL, erhältlich. Der Verkauf für alle weiteren TfN-Vorstellungen in Langenhagen beginnt am Mittwoch, 26. Oktober. Informationen und Buchung eines TfN-Abonnement mit vier oder acht Vorstellungen (ab 30 und 60 Euro) sind im TfN-ServiceCenter (Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim) und unter Telefon (05121) 1693-16 93 erhältlich.