Die RKS prägte sein ganzes Leben

Jaochim Kirschning (rechts) ist ein waschechter Langenhagener und bestimmte die Schullandschaft in der Stadt über Jahrzehnte maßgeblich. Von Bürgermeister Friedhelm Fischer gab es ein kleines Abschiedsgeschenk.Foto: O. Krebs
 
Das Kollegium der RKS sagte einfach nur "danke" zu seinem Schulleiter "Achim".Foto: O. Krebs

Joachim Kirschning nach 23 Jahren als Schulleiter verabschiedet

Langenhagen (ok). Das legendäre gelbe Sakko und Knoppers – zwei Begriffe, die untrennbar mit Joachim Kirschning verbunden sind. Der langjährige Schulleiter der Robert-Koch-Realschule ist jetzt nach 23 Jahren als Nachfolger des vor Kurzem verstorbenen Sigbert Zietlow in den Ruhestand verabschiedet worden. Zur Erklärung: Das gelbe Sakko war der Gradmesser für hitzefrei,“Achim hat es nur ausgezogen, wenn gefühlte 50 Grad waren“, so sein Stellvertreter Jens Szabo. Und auch Kirschnings Vorliebe für das „Frühstückchen“ Knoppers machte Szabo deutlich. Der habe diese kleine Zwischenmahlzeit oft dem gesunden zweiten Frühstück seiner Frau Gabi vorgezogen, das die ihm allmorgendlich in „seine“ Schule mitgegeben habe. Eine Schule, die Joachim Kirschning das ganze Leben lang begleitet hat. Kirschnings Vater war Hausmeister an der Rober-Koch-Realschule (RKS), Kirschning selbst hat die Mittelschule von 1962 bis 1964 besucht, hatte dort zehn Jahre später als Student einen nebenberuflichen Lehrauftrag. Und was Schule angeht, ist Joachim Kirschning in Langenhagen geblieben, war von 1972 bis 1990 Lehrer an der IGS Langenhagen und hat die Gesamtschule in der Schulleitung mit aufgebaut. In seiner Freizeit war Kirschning politisch aktiv, gehörte dem Rat der Stadt Langenhagen zehn Jahre lang an, spielt in seiner Freizeit heute noch gern Tennis und Golf und hat sich der Musik verschrieben. Sein Freund, der international bekannte Pianist Boris Kusnezow, gestaltete die Abschiedsfeier Kirschnings musikalisch mit. Früher allerdings hat Joachim Kirschning eine ganz andere Art von Musik bevorzugt. Denn, was viele nicht wissen: Der pensionierte Schulleiter war Gründungsmitglied und Keyboarder der weltweit erfolgreichen Rockband Scorpions, sein Leben hätte also durchaus einen ganz anderen Verlauf nehmen können. Zum Glück habe er sich für die sichere Beamtenlaufbahn entschieden, so die einhellige Meinung vieler Kolleginnen und Kollegen. Und, dass er ein „talentierter Pädagoge“ sei, schimmerte in allen Beurteilungen durch. Aber nicht nur das: liebenswürdig, menschlich, aufgeschlossen, interessiert, lebhaft und humorvoll. Alles positive Attribute, mit denen Joachim Kirschning bei seiner Verabschiedung bedacht wurde. Joachim Kirschning sei immer für eine „schülerorientierte und schülergerechte Schule“ eingetreten, habe niemanden ausgegrenzt, sondern alle Schülerinnen und Schüler gefördert und gefordert. Für seine ehemalige Schülerin und Referendarin Heike Könneke war er sogar der „Retter in der pubertären Not, der es geschafft habe, auch in der Vertrautheit Autorität zu bewahren.“ Joachim Kirschning habe die Robert-Koch-Realschule mit dem „Geist einer integrierten Gesamtschule“ versehen. Und sicherlich auch deshalb appellierte Joachim Kirschning an Rat und Verwaltung, der Robert.Koch-Realschule den Zuschlag für die zweite Integrierte Gesamtschule in Langenhagen zu geben.
In seiner Abschiedsrede zeigte Joachim Kirschning noch einmal, dass er ein Schulleiter mit festen Prinzipien ist: So reiche es nicht Schülerinnen und Schüler noch so sehr zu motivieren, wenn diese sich nicht anstrengten. Die Erfahrung, etwas erreicht zu haben sei für die Mädchen und Jungen sehr wichtig. Eine Schule brauche einen „haltenden Ordnungsrahmen, nicht zuletzt, um die Unfähigkeit mancher Familien in Sachen Erziehung aufzufangen und nachhaltig etwas aufzubauen.
Das müssen jetzt seine Kolleginnen und Kollegen an der RKS fortführen, aber Kirschning machte ihnen Mut: „Ihr seid gut, macht weiter so!“ Der kommissarische Schulleiter Jens Szabo, dem Kirschning nahelegte, sich auf die vakante Stelle zu bewerben, zeigte mit einem Satz die Wertschätzung, die dem 61-jährigen Realschulrektor Joachim Kirschning entgegengebracht wird: „Es ist deine Schule!“