Die Rolle des Sündenbocks

Fächerübergreifend haben sich die Stammgruppen des Jahrgangs sechs unter der Anleitung des Theaterpädagogen Hendrik Becker mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt.Foto: O. Krebs

IGS-Schüler setzen sich mit Nationalsozialismus auseinander

Langenhagen (ok). Die fiktive Elisenstraße in einer beliebigen Stadt im Jahre 1933: Ausgangspunkt vieler Szenen mit den charakterlich ganz unterschiedlichen Bewohnerinnen und Bewohnern, die die Klassen des sechsten Jahrgangs der IGS zusammen mit dem Theaterpädagogen Hendrik Becker erarbeitet haben. Einfühlsam stellten die Mädchen und Jungen dar, dass die Gesellschaft damals in glühende Hitler-Anhänger und diejenigen gespalten war, die das Terror-Regime ablehnten und den Diktator nicht als den Heilsbringer ansahen, als der er sich ausgab. Schritt für Schritt stellten die Schülerinnen und Schüler dar, wie der Druck auf die Juden mit zunehmender Zeit erhöht wurde. Angefangen vom Judenboykott in den Geschäften über die Rassentrennung bis hin zur Bücherverbrennung und der Reichspogromnacht. Die Jugendlichen brachten die Dialoge anschaulich rüber; es wurde deutlich, wie sehr sie sich mit der schwierigen Thematik auseinandergesetzt hatten. "Auch wenn es einigen an die Nieren ging", wie Hendrik Becker unverblümt einräumte. Die verschiedenen Szenen an ganz unterschiedlichen Orten bei der Zeitreise bis in den Zweiten Weltkrieg hinein machten eins ganz deutlich: Im Nazideutschland waren die Juden Sündenböcke für alles Negative, was passierte. Aus allen Arbeiten über Kinder im Nationalsozialismus – das Thema wurde auch noch in Gesellschaftslehre und Religion behandelt, darüber hinaus ein Jugendbuch gelesen – ist ein 60-seitiges Buch entstanden, in dem die sehr guten Arbeitsergebnisse zusammengefasst sind.