Die Rückmeldung kommt aus erster Hand

Ziel des Projektes: Die Jugendlichen lernen den "kindgerechten Umgang" mit den Zweitklässlern.Foto: O. Krebs

„Fußball als soziales Handlungsfeld“ mit RKS-Schülern an der Hermann-Löns-Schule

Langenhagen (ok). Teamfähigkeit, soziales Handeln, Selbstvertrauen, schnelle Erfolgsergebnisse – Fußball ist besonders gut geeignet, um soziale Kompetenzen zu fördern. Beim Projekt „Fußball als soziales Handlungsfeld“, das in Kooperation mit dem Niedersächsischen Fußballverband über die Bühne geht, wird der Leitgedanke gesellschaftlicher Integration und der Erwerb umfangreicher Schlüsselqualifikationen. Im Klartext: Die Schüler der neunten Klasse aus dem Wahlpflichtkurs Fußball an der Robert-Koch-Realschule steuern die Trainer-C-Breitenfußball- und auch die Schiedsrichterlizenz an. Zwei Jahre lang arbeiten die Jugendlichen mit Zweitklässlern an der Hermann-Löns-Schule; angeleitet von ihrem Lehrer Christian Baade und dem Sportwissenschaftler Ansgar Pietschmann, der mit diesem Projekt in der Region Hannover unterwegs. Nähere Infos unter www.Fussballfach.de. Der Landessportbund fördert die Initiative aus dem Fördertopf „Integration und Sport“. „Der Kontakt ist über unseren neuen Schulleiter Thomas Kelber zustande gekommen“, sagt Christian Baade, der nicht nur Realschullehrer, sondern auch Diplom-Sportlehrer und Inhaber der C-Lizenz in Sachen Leistungssport ist. Die Praxiseinheiten mit den Schülerinnen und Schülern stehen im Mittelpunkt, ebenso wie ein sechsmonatiges Praktikum beim Kooperationspartner SC Langenhagen, zweimal nachmittags in der Schulzeit. Dann gibt es nicht nur Rückmeldung von Baade und Pietschmann, sondern vor allen Dingen von den Schülerinnen und Schülern. Christian Baade ist begeistert von dem Projekt: „Ich lerne die Schülerinnen und Schüler in einem ganz anderen Umfeld kennen. Viele lernen erst das Zuhören, und Andere kommen erst aus sich raus.“ Möglicher positiver Nebeneffekt: Es könne für einige sogar ein Einstieg ins Berufsfeld mit Kindern, Jugendlichen oder in Sachen Sport sein. Fitnesskaufmann oder Erzieher sind Berufe, die in Frage kommen. Oder aber der Weg führt weiter zum Abitur und dann eventuell zum Lehrerberuf.
Die Erfahrungswerte für die Jugendlichen sind auf jeden Fall riesig; in der nächsten Woche geht das Projekt dann an der Gutzmannschule über die Bühne.
Folgeprojekte sind auch angedacht; die laufen nach Aussage Pietschmanns meistens besser, weil die Akzeptanz dann vorhanden sei. „Fußball als soziales Handlungsfeld“ werde dann oft auch von Mädchen angenommen. Die haben in diesem Durchgang noch gefehlt.