Die „Sehnsucht nach Orientierung“

Freuen sich auf anregende Diskussionen: Annette v. Stieglitz und Martin Bergau.Foto: O. Krebs

„Seele“ als komplexes Thema der Novembergespräche

Langenhagen (ok). Die Reihe der Novembergespräche, die seit einigen Jahren erfolgreich als Kooperation zwischen Volkshochschule und Kirchenkreis läuft, beschäftigt sich dieses Mal an drei Abenden mit dem sehr komplexen und für viele sicherlich auch abstrakten Thema „Annäherungen an die Seele“. Mitorganisatorin Annette v. Stieglitz, Leiterin der Volkshochschule, sieht bei vielen Mitmenschen das Verlangen, „der Sprachlosigkeit Raum zu verschaffen“ und den Drang, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. „Das Internet reicht nicht aus, um sich mit existenziellen Fragen zu beschäftigen.“ Die „Sehnsucht nach Orientierung“ habe sie in vielen Gesprächen vernommen, in dieser dreiteiligen Reihe gebe es durchaus die Möglichkeit dazu.
Der Auftakt geht auf der philosophischen und kulturgeschichtlichen Ebene über die Bühne, Referent im VHS-Treffpunkt an der Konrad-Adenauer-Straße ist am Dienstag, 6. November, ab 19 Uhr der emeritierte Professor Günther Mensching. Er spannt in seinem Vortrag einen Bogen von der klassischen Philosophie bei Platon über die ethisch-existenzielle Diskussion bis hin zum heutigen Seelenverständnis und stellt sich dabei die Frage: „Ist der Begriff Seele heute überhaupt noch aktuell?“
Konkreter wird es dann in der Woche darauf am 13. November, auch im VHS-Treffpunkt und auch um 19 Uhr: Bei „Spurensuche: Alltagserfahrung und die Seele“ geben vier Referentinnen und Referenten Beispiele aus der Praxis, beschreiben ihren Umgang mit dem Begriff „Seele“. Miteinander und auch mit den Besucherinnen und Besuchern diskutieren VHS-Leiterin Annette v. Stieglitz, Superintendent Martin Bergau, Gertrud Corman-Bergau, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen und Hans-Günter Schoppa, Leiter der Lebensberatungsstelle Langenhagen. Thematisiert wird der ersehnte Gleichklang von Körper, Seele und Geist und dessen Konfrontation mit der Lebenswirklichkeit in einer individualisierten und fordernden Gesellschaft, das Quartett liefert ganz unterschiedliche Erfahrungshintergründe aus der eigenen beruflichen Perspektive.
Die Abschlussveranstaltung, die die Ergebnisse der ersten beiden Termine noch einmal bündeln soll, geht dann zwei Wochen später, am 27. November, im Martinshaus über die Bühne. Jürgen Ziemer, emeritierter Theologieprofessor aus Leipzig, beleuchtet die Perspektiven der Seelsorge und verdeutlicht die Bedeutung der Seelsorge als Basisaufgabe in der Kirche. Der Referent hat jahrelang selbst in der Seelsorge gearbeitet, kommt daher sowohl von der theoretischen als auch von der praktischen Seite und forscht auch auf diesem Gebiet, auf dem die Grenzen oft verschwimmen. Martin Bergau: „Ziel der dreiteiligen Veranstaltungsreihe soll es auch sein, einer eigenen Sinnsuche nachzugehen und sich auf einen Weg zu machen, der einem neue Erkenntnisse bringt.“
Der Eintritt an allen drei Veranstaltungstagen ist frei; die Termine können durchaus auch einzeln besucht werden.