„Die Sicherheitsstruktur neu ausrichten“

Eineinhalb Stunden Diskussion rund um das Thema Sicherheit: Angelika Kramm (von links), Moderator Christoph Dannowski, Nick Hein, Andreas Alder, Marco Brandes, Mirko Heuer und Ricardo Savia. (Foto: O. Krebs)
 
Zeigten eine Menge Tricks in Sachen Selbstverteidigung: Ricardo Savia (links) und Remo Quack. (Foto: O. Krebs)

Podiumsdiskussion mit fachkundigen Gästen zum Tag der Sicherheit im CCL

Langenhagen (ok). Moderator Christoph Dannowski skizzierte zu Beginn der Gesprächsrunde zum Tag der Sicherheit im CCL, was sich im Laufe der vergangenen Jahre beim Gefühl in Sachen Sicherheit in der Gesellschaft verändert habe. „Früher war die Party vorbei, als die Polizei kam, heute scheint sie oft erst richtig loszugehen.“ Sicherheit ist zu einem der bestimmenden Themen in Deutschland geworden, auf dem Podium im Einkaufscenter diskutierte eine fachkundige Runde. Mit dabei: Centermanagerin Angelika Kramm, Bürgermeister Mirko Heuer, Kommissariatsleiter Andreas Alder, Selbstverteidigungslehrer Ricardo Savia, Marco Brandes, Geschäftsführer von MBL Security, und Stargast Nick Hein. Hein, früher erfolgreicher Judoka in der deutschen Nationalmannschaft und heute professioneller Kämpfer in der Sportart Mixed Martial Arts, hat bis zum 31. Dezember 2014 seinen Dienst bei der Bundespolizei in Köln am Hauptbahnhof verrichtet, ihn genau ein Jahr vor den Ereignissen der Silvesternacht 2015 dort quittiert. Er nahm in der Podiumsdiskussion kein Blatt vor den Mund, sprach genau wie in seinem Buch „Polizei am Limit“ kein Blatt vor den Mund, kritisierte sowohl die personelle als auch die Ausstattung der Polizei mit zeitgemäßem Material und nannte als Beispiel den oft nicht funktionierenden Digitalfunk. Oft ein Nachteil gegenüber den Ganoven, die ja auch nicht schliefen. Was die Kriminalität unter Ausländern und Zugewanderten anginge, so betonte er, dass lediglich ein kleiner Prozentsatz hochkriminell sein. Marco Brandes vertrat klar die Position, dass härter durchgegriffen werden müsse und auch Andreas Alder räume vorsichtig ein, dass „unsere Sicherheitsstruktur neu ausgerichtet“ werden müsse. Bürgermeister Mirko Heuer fülhlt sich in seiner Stadt sehr sicher, aber in der Stadtbahn überkomme ihn doch manchmal ein beklemmendes Gefühl. Heuer: „Vollständige Sicherheit kann nicht gewährleistet werden.“
Sie würde sich schon trauen, allein um den Silbersee zu gehen, sagte Angelika Kramm, es sei wichtig viel Selbstbewusstsein auszustrahlen. Ricardo Savia erwiderte, dass ihr das im Ernstfall nicht viel nütze, Selbstverteidigungstechniken seien wichtig. Wer ein Messer dabei habe, wolle nicht unbedingt Obst schneiden. Marco Brandes: „Wichtig ist die gedankliche Vorbereitung. Wir müssen unsere Gewohnheiten überprüfen, immer auf der Hut sein.“ Ein Ansatz, den Bürgermeister Mirko Heuer unterstrich: „Prävention, Aufklärung, aber auch die richtige Körpersprache sind wichtig für die persönliche Sicherheit.“ Denn nicht jeder habe und brauche eine Fremdenlegionärsausbildung“, so Nick Hein. Nicht viel vom „kleinen Waffenschein“ hält Marco Brandes, eine Pistole könne genauso wie ein Messer auch schnell gegen einen verwendet werden. Viel wichtiger sei es aufeinander acht zu geben. Also Augen auf und sich gegenseitig unterstützen, auch in der Nachbarschaft; die moderne Technik mit Apps könne dabei durchaus helfen.
Nach der Diskussion nahm sich Nick Hein noch Zeit für Autogramme, signierte sein Buch „Polizei am Limit“ und traf sich anschließend noch mit den beiden ECHO-Lesern Sascha Popovic und Carsten Selke zum gemütlichen Kennen lernen beim „Meet und Greet“. Ricardo Savia gab interessierten Frauen Tipps in Sachen Selbstverteidigung. Und auch die Johanniter und die Feuerwehr präsentierten sich im CCL, genauso wie die Polizeipräventionspuppenbühne. Fazit: eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der für jeden etwas dabei war.