Die unendliche Geschichte

Christa Röder und Jürgen Euscher bei der Begehung des Godshorner Hallen- und Freibades. Beide plädieren für den Erhalt.Foto: E.A. Nebig

Initiative „Pro Schwimmbad Godshorn“ will weiter für den Erhalt kämpfen

Godshorn (ne). Das Thema Neubau eines Schwimmbades „bewegt“ in Langenhagen bekanntlich seit dem umstrittenen Abriss des Hallenbades in der Stadtmitte
und der immer wieder diskutierten Bauplanung die Gemüter. Geht es dabei doch auch um den Fortbestand des Hallen- und Freibades in der Ortschaft Godshorn. Einst wurde es von den Gemeinden Godshorn, Schulenburg und Vinnhorst als Nordkreis-Bad erbaut. Dieses Hallenbad mit zwei Außenbecken, von denen eines die Kriterien für Schwimmsportwettkämpfe erfüllt, hat derzeitig Hochkonjunktur. Bei den Hochsommertemperaturen tummeln sich laut Aussage von Stefan Otte, Geschäftsführer der Hallenfreibad GmbH (Gesellschafter sind Wassersport treibende Langenhagener Vereine), die das Bad betreibt, täglich rund 3000 Badegäste. Im „Bad im Grünen“, das den Minister für Inneres und Sport kürzlich bei einer Polizei-Schwimmsportveranstaltung sehr beindruckte, da es nichts gleichwertigeres in der Region gebe ( das ECHO berichtete), seien es im Durchschnitt 180.000 pro Jahr. Die ersten Gäste trudelten derzeitig bereits vor acht Uhr ein und blieben häufig bis zum Abend. Doch mit diesem Badespaß soll es, wenn es nach Rat und Verwaltung geht, bald vorbei sein. Gemäß Beschlussdrucksache 145/2009 soll nämlich ein neues Bad an der Theodor-Heuss-Straße in Höhe der SCL-Sportanlagen gebaut werden. Christa Röder aus Schulenburg und ihr Mitstreiter Jürgen Euscher aus Godshorn, die die Bürger-Initiative „Pro Bad Godshorn“ vertreten, verstehen das nicht. Sie plädieren für den Erhalt des Bades in Godshorn und fordern anstatt eines Neubaues die Sanierung des Godshoner Bades. Eine derartige Maßnahme sei allemal nicht so teuer wie ein Neubau. Zudem bedürfe es Jahre, ehe neue Grünlagen dem jetzigen Standard von Godshorn entsprechen würden, ziehe man die hier vorhandene Grünanlagen mit altem Baumbestand zum Vergleich heran. Abgesehen davon müsse bei einer Schließung die Stadt Hannover als Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Vinnhorst finanziell nicht unerheblich entschädigt werden. Aus diesen Überlegungen heraus habe die Initiative am 20. April in einer Sitzung Überlegungen zur Sanierung angestellt, diese schriftlich fixiert und dem Bürgermeister per Post zugestellt. Der Rat wird darin aufgefordert zu beschließen, der Hallenfreibad GmbH das Bad gegen Zahlung von einem Euro obligatorisch zu übertragen. In einem Vertrag soll dann der jährliche Zuschussbedarf der Stadt für den Betreiber festgelegt werden. Ferner sollen die Investitionskosten ermittelt werden, die den Erhalt des Hallenfreibades mit einer Attraktivitätssteigerung bis 2020 ermögliche. Man habe um eine Antwort bis vor Beginn der Sommerferien gebeten, aber keine erhalten. Das erklärten jetzt Röder und Euscher bei einer Pressekonferenz, die nach einer Begehung der Anlage während des Badebetriebes stattfand. Es sei bei der derzeitigen Wirtschaftskrise und einem „hoch defizitären Haushalt“ der Stadt Langenhagen nicht zu verantworten, das Bad in Godshorn „mit seinem beliebten und anerkannten Freizeitaktiväten und gesellschaftlichen Erholungswert“ samt sehr guten Parkmöglichkeiten sowie guten Öffi-Anschlüssen zu schließen und abzureißen. Das käme einer Vernichtung von gesellschaftlichen Werten gleich, heißt es im vorgenannten Schreiben an die Stadt. Bei der Begehung sprachen Röder und Euscher etliche Badegäste zum Thema an und ernteten auf breiter Front Zustimmung. Auch Triathlet Arnd Schomburg sprach sich gegenüber dem ECHO für den Erhalt des Bades aus. Das große Außenbecken sei wettkampftauglich und durchaus zeitgemäß, sagte er. Er habe als Leistungssportler im Nationalkader mehr als zehn Jahre lang im Godshorner Bad erfolreich trainiert. Er könne die Überlegungen zum Abriss einfach nicht nachvollziehen. Bürgermeister Friedhelm Fischer sieht das ein wenig anders. Er verstünde die ganze Aufregung nicht. Erstens würde das Bad in Godshorn erst aufgegeben, wenn der geplante Neubau stünde, und zweitens werde es auch wie bisher in Godshorn die Kombination mit einem Freibad geben, sagte er in einem Gespräch mit dem ECHO. Zwei Bäder zu betreiben, sei aber einfach nicht zu finanzieren, so gerne er das wolle. Da müsse er um Verständnis bitten, ebenso wie für den Standort eines neuen Bades. Die Stadtmitte befände sich nun einmal leider nicht in Godshorn.