„Die wahren Helden des Alltags“

Alle Beförderten und Geehrten mit dem stellvertretenden Standtbrandmeister Oliver Schütte (von rechts), Ortsbrandmeister Jens Heindorf und Stellvertreter Moriz Fischer vor dem Star des Fuhrparks, die Drehleiter. (Foto: D. Lange)

319 Einsätze der Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr

Langenhagen (dl). Insgeheim mag sich der eine oder andere bei der der Ortsfeuerwehr vielleicht ein ähnlich entspanntes und ereignisloses Jahr gewünscht haben wie das des Sicherheitsbeauftragten Michael Mues. Sein Jahresbericht endete bereits nach wenigen Minuten und verzeichnete nur einige wenige Vorkommnisse. Für die 82 Aktiven der Ortsfeuerwehr sieht das schon anders aus. Sie wurden im vergangenen Jahr 319 mal zum Einsatz alarmiert. Darunter waren 180 Brandeinsätze verschiedenster Art mit zusätzlich 24 Brandsicherheitswachen, fünf Übungen, 29 ausgelöste Rauchwarnmelder in Privatwohnungen, nicht selten aufgrund falsch gewählter Standorte, 139 Hilfeleistungen, davon neun eingeklemmte Personen und 67 Türöffnungen. In der Einsatzübersicht liest sich das so: Containerbrände, Verkehrsunfall, Flugunfall, Bombendrohung, Bombenräumung, Flächen- und Wohnungsbrände und häufig auch Einsätze zur Unterstützung anderer Ortswehren. Für viele war der Besuch des amerikanischen Präsidenten Barack Obama in Langenhagen sicher ein Jahreshöhepunkt. Die Ortsfeuerwehr stellte zur Unterstützung der Flughafenfeuerwehr den Brandschutz an zwei Tagen mit der Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug. Zu den Einsätzen kommen die zahlreichen Ausbildungseinheiten auf Stadt- und Regionsebene sowie an den niedersächsischen Feuerwehrschulen in Celle und Loy. Plus etlicher Dienststunden verschiedenster Art in Theorie und Praxis, die nötig sind, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und um die Abläufe und Handgriffe zu verinnerlichen und gewissermaßen im Schlaf zu beherrschen. Durch diese Brille betrachtet, rückt vielleicht auch das Wort von den „Helden des Alltags“ im Zusammenhang mit den ehrenamtlichen Feuerwehrmännern wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Erfreulich deshalb die Attraktivität und Anziehungskraft, die die Feuerwehr offenbar auf viele Kinder und Jugendliche in Langenhagen ausübt. Mit 30 Mitgliedern in der Jugend- und 15 in der Kinderfeuerwehr bewegen sich beide an ihrer Kapazitätsgrenze und führen Wartelisten. Der Nachwuchs von unten scheint also gesichert. Der Blick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres und in Anbetracht der terroristischen Anschläge ist dagegen alles andere als erfreulich. Nicht nur in Paris oder Brüssel, sondern auch in Deutschland, wie beispielsweise in Berlin, in einem Regionalzug bei Würzburg oder bei einem Festival in Ansbach, sind ähnliche Anschläge aus Sicht des Stadtbrandmeisters Arne Boy nicht gänzlich auszuschließen. Soll heißen, auch die Langenhagener Feuerwehr muss sich auf mögliche Einsatzlagen dieser Art vorbereiten. Stadtfeuerwehr, Verwaltung und Politik arbeiten gemeinsam daran, auch für diese potentiellen Gefahren neue Einsatz-, Standort- und Fahrzeugkonzepte zu erarbeiten. Versammlungen dieser Art sind natürlich nicht denkbar ohne Ehrungen und Beförderungen. 25 Jahre sind Jens Heindorf, Ortsbrandmeister und sein Stellvertreter Moritz Fischer im Dienst der Feuerwehr, Dirk Kolleck seit 40 Jahren und Rüdiger Ammich seit 50 Jahren. Robert Burgwitz, Stefan Dorschu, Frederik Eichler, Jasmin Hüsing, Leon Karow, Marius Müller und Justin Schütte stehen dagegen noch am Anfang ihrer Karriere. Sie alle wurden zum Feuerwehrmann/- frau ernannt. Sarah Heese wurde zur Oberfeuerwehrfrau befördert, Jörg-Martin Paulsen zum ersten Hauptfeuerwehrmann, Marcel Hofmann zum Hauptlöschmeister und Karsten Patz und Moritz Fischer zum Oberbrandmeister.