Die Weichen sind gestellt

Der neue Vorstand des Hospizverein Langenhagen.

Hospiz-Verein Langenhagen will jetzt Stiftung gründen

Langenhagen (ne). Immer wieder gibt es kritische Diskussionen über „Sterbebegleitung oder Sterbehilfe“. Häufig wird dabei vergessen, dass es seit Jahren Hospizvereinigungen gibt, die unter dem Motto: „Hospiz, menschenwürdig leben und sterben“ die Begleitung für Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige durch speziell dazu ausgebildete Kräfte übernommen haben. Aktive Sterbehilfe lehnen sie konsequent ab, befürworten aber schmerzfreie Therapien! Hospize (lateinisch Hospitum = Gast bzw. Gastgeber) wurden einst in unwegsamen Gegenden zur Beherbergung von Pilgern errichtet. In Anlehnung daran nannten sich später christlich geführte Herbergen Hospize. Heute steht der Name für die weltweite Hospiz-Bewegung, die 1967 von London aus ihren Anfang nahm und in vielen Ländern Hospize für Todkranke einrichtete. In Langenhagen ist sie mit dem segensreichen, 1992 gegründeten, Hospizverein Langenhagen vertreten, der derzeitig von Pastor Burkhard Straeck geleitet wird. Der Verein will in den Sommermonaten eine Hospiz-Stiftung mit dem Zweck gründen, in Langenhagen ein Hospiz-Haus zu bauen oder eine geeignete Immobilie zu kaufen. Mit Einrichtung der Stiftung sollen Vereinsvermögen und Zustiftungen und Spendengelder sinnvoll eingesetzt werden, um ein selbstgestecktes Ziel erreichen zu können. Das wurde jetzt in der Jahreshauptversammlung des Vereins nach Fachinformationen durch einen Notar sowie Finanz- und Steuerexperten von den Mitgliedern beschlossen. Der noch zu wählende Stiftungsvorstand soll auch einen Beirat erhalten, der sich unter anderem aus Personen des öffentlichen Lebens, wie Kultur, Kirche im Sinne der Ökumene, Wirtschaft und Politik zusammensetzen soll. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft im Anna-Schaumann-Stift stand die Wahl des Vorstandes mit Ausnahme des 1. Vorsitzenden Burkhard Straeck, dessen Amtszeit erst in einem Jahr zu Ende geht. Er verabschiedete seine Stellvertreterin Anke Krewet-Reins, die nach viereinhalb Jahren Vorstandsarbeit nicht wieder kandidierte. Ihr Nachfolger wurde der bisherige Beisitzer Frank Sporleder. Wiedergewählt wurden Schatzmeisterin Anke Schneider, Schriftführerin Sabine Kracht und die PR-Referentin Christiane Hecker. Neu im Amt ist der Beisitzer Gerhard Friebe, der jetzt für Organisation und Verwaltung zuständig ist. Neu gewählt wurde auch die 2. Revisorin Erika Wiedenroth. Wie Pastor Straeck dem ECHO jetzt mitteilte, habe das vergangene Jahr dem Verein einige Neuerungen gebracht, und es sei sehr erfolgreich gewesen. Man sei dem Ziel „Hospiz-Langenhagen“ sehr viel näher gekommen. Die Einrichtung der Geschäftsstelle 2008 habe sich bewährt. Die Mitgliederbewegung sei nach Ein- sowie Austritten und Sterbefällen erfreulich angestiegen. 92 Mitglieder seien es derzeitig. Sechs Damen und ein Herr aus diesem Kreis seien nunmehr nach entsprechender Ausbildung ehrenamtlich als Hospizhelferinnen und -Helfer tätig und begleiteten Schwerstkranke, Sterbende sowie deren Angehörige in Zusammenarbeit mit Medizinern, der Sozialstation und den Pflegediensten. 27 weitere arbeiteten zusätzlich in der sogenannten Langzeitbegleitung. Weitere Hospizhelferinnen und Hospizhelfer sollen im Laufe des Jahres ausgebildet werden, um noch effektiver arbeiten zu können. Man habe zudem einen monatlichen Vortragsabend zur Weiterbildung in Sachen Hospizarbeit eingeführt. Die Resonanz sei gut gewesen. Namhafte Referenten hätten unter anderem über Schmerzterapie, seelische Beruhigung durch Klang, Basale Stimulation und Sepukralkultur informiert. Zugunsten der Vorstandsarbeit hätten sich die Liedertafel Kaltenweide und das Streicher-Ensemble der Musikschule bei musikalischen Benefizveranstaltungen in den Dienst der Sache gestellt. Ebenso der Verein LaFam bei einem gemeinsamen Advents-Basar in der Mensa des Schulzentrums (das ECHO berichtete). Es habe sich jeweils gelohnt; dank der Gebefreudigkeit vieler Langenhagener habe man die Kasse aufbessern können. Dank schulde er in diesem Zusammenhang vielen ungenannten, großzügigen Sponsoren, ohne die die Arbeit nicht zu finanzieren sei, betonte der Pastor. Der Hospizverein sei aus einer freien Initiative entstanden. Er sei offen für Menschen jeder Herkunft und Konfession. Wer den Verein, der auf Spenden angewiesen ist, kennen lernen möchte, sei stets willkommen. Auskünfte erteilen Pastor Straeck und Vorstandsmitglieder im Vereinsbüro, Walsroder Straße 162, unter Telefon (0511) 86659543 und 9402122.