Diese Meister sind spitze

Insgesamt 46 Jungmeisterinnen und -meister haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden in Langenhagen geehrt. Foto: D. Lange

Schornsteinfegerschule ehrt 46 neue Jungmeister

Langenhagen (dl). Was sich im vergangenen Jahr bereits deutlich abzeichnete, nimmt immer schärfere Konturen an: die Öffnung des europäischen Binnenmarktes im Jahr 2013, die auch für das Schornsteinfegerhandwerk mit einschneidenden Veränderungen, sprich Wettbewerb, verbunden sein wird. Im Zusammenhang damit steht unter anderem die Niederlassungsfreiheit für Schornsteinfeger aus dem europäischen Ausland und die sich ebenfalls verändernden Vergaberichtlinien für die Zuteilung der Kehrbezirke, die anders als bisher auch nur noch für sieben Jahre gültig sein werden. Das deutsche Schornsteinfegergesetz ist da bislang noch nicht so recht kompatibel mit der gesamteuropäischen Gesetzgebung. Klar ist aber, dass es auf diesem Gebiet starke Auswirkungen auf das künftige Berufsbild des Schornsteinfegers geben wird.
Vorbeugender Brandschutz, Energieberatung und Umweltschutz sowie immer komplexere, aber auch effizientere Heizungsanlagen stellen heute weit höhere Anforderungen an das Handwerk als es noch vor 20 Jahren der Fall war. Welche Auswirkungen die demografische Entwicklung künftig haben wird – mit einer deutlich verringerten Zahl an Schulabgängern in den kommenden Jahren – ist dabei noch völlig offen.
Wolfgang Vogel, Landesinnungsmeister für das Schornsteinfegerhandwerk in Niedersachsen, und sein Stellvertreter Uwe Hagemann sowei auch Claus Jezek, der Vizepräsident der Handwerkskammer Hannover, betonen deshalb immer wieder, wie wichtig einerseits eine gute Ausbildung und andererseits die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen sei, um sich auf die Herausforderungen des neuen Binnenmarktes vorzubereiten und im Wettbewerb zu bestehen. Dazu gehört auch die duale Ausbildung, an deren Ende der Meistertitel und die Fachhochschulreife stehen. Damit öffnet sich der Weg zu den Hochschulen mit den Studiengängen Umwelttechnik, Versorgungstechnik, Heizungsbau und Technische Gebäudeausstattung, um nur einige zu nennen. Stellvertretend für alle 46 Jungmeisterinnen und -meister, die jetzt in der Schornsteinfegerschule an der Konrad-Adenauer-Straße geehrt wurden, seien an dieser Stelle Steffen Menger, Tim Niklas Bewer und Nils Hermann erwähnt, die in diesem Jahr ihre duale Ausbildung mit dem Meistertitel und der Fachhochschulreife abgeschlossen haben.
Sönke Haag aus Lübeck, Jahrgangsbester der Jungmeister, setzte sich zum Schluss der Feierstunde in einer kleinen, heiter-kritischen Ansprache mit der Ausbildung in der Schornsteinfegerschule auseinander.
Dass sich die Folgen der Globalisierung mittlerweile in allen Lebensbereichen bemerkbar machen, wird auch im Text des Meisterbriefes der Schornsteinfeger deutlich, denn dort heißt es ganz international „German Meister Examination of Chimneysweep”.