Digitalpakt für Schulen stockt

Die Diskussionsrunde auf der Bühne im daunstärs (von links) Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion, Caren Marks, Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Marco Brunotte, Landtagsabgeordneter, und Björn Schreiber, Referent für Medienbildung. (Foto: D. Lange)

Podiumsdiskussion der SPD im daunstärs

Langenhagen (dl). Das Internet kann, richtig genutzt, weltweit die Menschen zusammenführen und ist darüber hinaus eine schier unerschöpfliche Informationsquelle. Es ist auf der anderen Seite aber auch ein großer Verführer und ein Haifischbecken, das Gefahren und Risiken in sich birgt und in dem man sich verlieren kann. Um so notwendiger ist es deshalb, Wegweiser aufzustellen, die insbesondere der jungen Generation, aber auch Pädagogen und Eltern einen Weg aufzeigen, der sie sicher durch das Dickicht lotst. Mit diesen Herausforderungen und Themen beschäftigte sich kürzlich eine Podiumsdiskussion im daunstärs auf Einladung der SPD-Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Caren Marks. Zusammen mit dem netzpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, sowie dem Referenten für Medienbildung vom Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia (FSM) , Björn Schreiber. Moderiert wurde die Diskussion, zu der die Zuhörer Fragen stellen konnten, vom SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte. Angenehm sachlich und weitgehend frei von Parteipolitik dozierte Lars Klingbeil über die Themen der Digitalisierung im Hinblick auf die Medienbildung und Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Insbesondere extremistische Gruppen und Bewegungen von links bis rechts wüssten, wie man gerade junge Menschen durch gezielte Ansprache im Netz gewinnen und verführen kann. Weitere Schwerpunkte der Diskussion drehten sich um das Thema Hasskommentare in den sozialen Netzwerken sowie die bewusste Streuung von Fake News in den Medien und wie man sie erkennt. Der Flut von Hasskommentaren, falschen Behauptungen oder Beleidigungen, insbesondere solcher mit strafrechtsrelevantem Charakter will das Bundesjustizministerium mit dem sogenannten Netzdurchsetzungsgesetz begegnen. Hiermit soll nicht nur eine juristische Handhabe gegen Facebook und Co geschaffen werden, sondern man will diese auch dazu zwingen, entsprechende Einträge umgehend zu löschen und zu Gegendarstellungen verpflichten. Der Umgang mit Fake News erfordere neben einer kritischen Distanz auch ein gewisses Hintergrundwissen und gegebenenfalls etwas Recherche, um die seriösen von den unseriösen Quellen zu unterscheiden. Schreiber verweist in diesem Zusammenhang auf die Verantwortung des Nutzers: „Der erste Treffer bei Google ist nicht zwangsläufig auch immer der Richtige.“ Die fundamentale Veränderung des gesellschaftlichen Lebens durch den Einfluss der Digitalisierung steht also außer Frage und wird auch von niemandem mehr ernsthaft bestritten. Eben sowenig die Tatsache, dass es auch hierbei Gewinner und Verlierer geben wird. Aufgabe der Politik wird es daher sein, die Ängste derer, die sich an den Rand gedrängt fühlen, ernst zu nehmen und sie für die kommenden Aufgaben zu qualifizieren. Das sollte neben dem Elternhaus zuerst und zuletzt vor allem in den Schulen beginnen, die dafür bestmöglich unterstützt und ausgestattet werden müssten. Leider aber kommt der vom Bundesbildungsministerium beschlossene Digitalpakt zur Teilhabe an den Schulen nicht recht voran und die Länder allein sind damit überfordert. Die fünf Milliarden Euro, die den Ländern bundesweit für einen schnellen Internetzugang an den Schulen bereit stehen sollten, werden nach wie vor zurückgehalten. Wobei sich aber auch die Frage nach den dazugehörigen pädagogischen Konzepten stellt, denn die Technik alleine macht es auch nicht.