Diskretion beim Thema Asylbewerber

In Kaltenweide immer ein Blickfang an der Wagenzeller Straße: das als "Moorbock" bekannte Haus wird nun nach Jahren des desolaten Zustands abgerissen. (Foto: O. Krebs)

Unterkünfte entstehen - genaue Standorte geheim

Langenhagen (gg). Mit Routine rüstet sich die Verwaltung für die Aufnahme von Asylbewerbern. Sie werden von den Aufnahmebehörden in Braunschweig und Friedland an die Region Hannover verteilt, die dann in Abhängigkeit von der Einwohnerzahl die Zuweisung an die Kommunen vornimmt. Für das laufende Jahr muss Langenhagen Platz für rund 60 Asylbewerber schaffen, das sind mehr Plätze als in den Jahren zuvor. Ob diese Plätze tatsächlich alle besetzt werden, ist nicht sicher. Erfahrungsgemäß gibt es eine Fluktuation, so der Hinweis von Roman Sickau aus dem Bürgermeisterbüro. „Einzelne Personen sind in diesem Jahr bereits angekommen, sie konnten bei Familienmitgliedern unterkommen. Eine vierköpfige Familie konnte in einer städtischen Wohnung untergebracht werden“, ergänzt Pressesprecherin Juliane Stahl.
Ohne Aufsehen und öffentliche Diskussion läuft derzeit die Herrichtung der Unterkünfte. Stadtbaurat Carsten Hettwer gab in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses eine kurze Mitteilung ab, im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung wurden weitere Informationen diskutiert. Öffentlich bekannt gemacht ist nur so viel: in Godshorn und in Krähenwinkel wird es jeweils eine Unterkunft geben. Eine entsprechende Immobilie in Krähenwinkel ist bereits von der Verwaltung langfristig angemietet worden, eine Immobilie in Godshorn ist kurz vor der Anmietung.
Zur genauen Adresse schweigt sich die Verwaltung aus. Es gehe um den Schutz der Rechte der Vermieter der Immobilien und weitere Persönlichkeitsrechte, deutet Sickau im Pressegespräch an. Die Immobilie in Godshorn wurde renoviert. Dort soll zudem ein Büro für eine Sozialarbeiterin entstehen. In der Unterkunft in Krähenwinkel wurde für 30.000 Euro die Wasserversorgung erneuert, die Arbeiten sind abgeschlossen. Voraussichtlich werden dort zehn Plätze entstehen. Die Stadtverwaltung ist auf der Suche nach weiteren Immobilien, um die von der Region angeforderten Plätze bereit stellen zu können. Das unter dem Namen „Moorbock“ bekannte Haus in Kaltenweide, Wagenzeller Straße Ecke Wedemarkstraße, gehört nicht mehr zu den möglichen Asylbewerber-Unterkünften. Es wurde von 1994 an dafür genutzt, desolat war jahrelang der optische Eindruck von außen. Im Jahr 2011 lief der Mietvertrag mit der Stadtverwaltung aus. In diesem Tagen wird das Gebäude abgerissen.