„Dörflicher Charakter geht verloren“

Setzen sich für die ländliche Idylle in ihrem Ortsteil ein: die Altenhorster Ulrike Stoellger (von links), Katja Kießling, Maren und Domenic Veltrup. (Foto: O. Krebs)

Seestädter befürchten Erweiterung des östlichen Weiherfeldes

Kaltenweide (ok). Die Seestädter sind auf Zinne – sie befürchten, dass das Thema Weiherfeld-Erweiterung-Ost, das vor gut einem Jahr nach einer Unterschriftensammlung erst einmal zu den Akten gelegt sein schien, wieder akut und quasi durch die Hintertür verabschiedet wird. Denn: Eine entsprechende Drucksache der Verwaltung liegt vor, wird am 6. Juni im Ortsrat Kaltenweide, am 8. Juni im Stadtplanungsausschuss und am 19. Juni im Rat der Stadt Langenhagen noch vor der Sommerpause diskutiert. Für Ratsherr Domenic Veltrup ein Unding: „Wir stehen nach wie vor dazu, dass die Seestädte und die umliegende Landschaft zu schützen sind, auch in Sachen Naherholung.“ Sollte im Landschaftsschutzgebiet gebaut werden, drohe Altenhorst zu verschwinden. Besonders irritiert ihn und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative folgende Passage im Raumordnungsprogramm der Region: „Die soziale Wohnungsbauförderung ist vornehmlich auf diese Standorte auszurichten, da dort Einrichtungen der Daseinsvorsorge gebündelt sind und eine gute Erreichbarkeit der Einrichtungen für alle Bevölkerungsteile mit dem Öffentlichen Personennahverkehr gewährleistet ist.“ Sozialer Wohnungsbau in Weiherfeld-Ost? Das passt für Veltrup so gar nicht mit den Einfamilienhäusern in der Gegend zusammen. Darüber hinaus machen der Bürgerinitiative auch die wachsende Verkehrsbelastung im Norden Langenhagens Bauchschmerzen. Die beiden einzigen Zufahrtsstraßen Hainhäuser Weg und Altenhorster Straße seien jetzt bereits zu Stoßzeiten überlastet; die langen Warteschlangen an den Bahnübergängen unübersehbar. Auch auf die Prognose in Sachen Kinderzahlen sei kein Verlass. Die zehnjährige Bebauungssperre ist nach Ansicht der Initiatoren Augenwischerei, die Pläne lägen bereits in der Schublade. Seien die Grundstücke erst einmal, dann werde eher früher als später gebaut. Veltrup: „Mit Flächenbevorratung hat das nichts mehr zu tun.“ Alles werde eins, der dörfliche Charakter gehe verloren.