„Dorfcharakter erhalten“

Ortsrat votiert gegen Stadtverwaltung

Engelbostel (gg). Wo soll in Zukunft was gebaut werden? Bei der Beratung zum Flächennutzungsplan votierte der Ortsrat in der jüngsten Sitzung einstimmig gegen die Pläne der Stadtverwaltung, eine Bebauung im Bereich der Schwarzen Heide möglich zu machen. Der Formulierung der SPD-Fraktion war seitens der CDU- und der UWE-Fraktion nichts Wesentliches hinzuzufügen. Würde an der Schwarzen Heide gebaut werden, „würde ein großes Wohnbaugebiet außerhalb der Ortslage entstehen, welches keinerlei Anbindung an die Infrastruktur hat. Hier sollten auf jeden Fall die Interessen von Langenhagen und nicht die Interessen von Hannover Vorrang haben“, so die Ausführung von Gudrun Mennecke (SPD).
Im Bereich des Denkbaren sei die geplante Bebauung am Klusmoor. „Allerdings muss ein Streifen für Gemeinbedarf (Sporthalle oder altersgerechtes Wohnen) reserviert werden“, so ihre Ausführungen. Ausdrücklich betonten alle Ortsratsmitglieder, den dörflichen Charakter in Engelbostel bewahren zu wollen. Die Angaben der Stadtverwaltung zum Wohnungsbedarf hinterfragte Karin Eggers (Grüne): „Mit dem Generationswechsel stehen im Ort bald viele alte Häuser leer.“ Sie bezweifelte, dass dies schon berücksichtigt worden ist.
„Schildbürgerstreiche an der Resser Straße“, wie Eric Mürau-Balke die Gehweg-Pläne der Stadtverwaltung bezeichnete, müssten verhindert werden. Wie das ECHO berichtete, soll zudem ein Fahrrad-Schutzstreifen auf der Fahrbahn aufgebracht werden – 300 Meter lang. Da davor und dahinter das Fahrradfahren wegen des Kraftverkehrs als sehr gefährlich gilt, sei die Maßnahme „totaler Unsinn“, betätigt auch Gudrun Mennecke. Ortsbürgermeisterin Bettina Auras sieht die geplante Maßnahme auch aus einem weiteren Grund kritisch: „Der Fußweg ist gut benutzbar, so wie er ist. Mir erschließt sich nicht, warum der neu gemacht werden muss.“
Kritik an der Stadtverwaltung gab es auch in Bezug auf zwei alte Prüfaufträge, die nicht abgearbeitet worden sind. Daniel Köster (SPD) erinnerte an das Thema Freibad. Eine Kostenberechnung für die Weiterführung (nach Schließung des Hallenteils im Sommer 2017) sollte schon längst vorliegen. „Als wünschenswert“ sehen alle Fraktionen die Weiterführung des Freibades; die SPD will die Konkurrenz-Wirkung auf das neue Schwimmbad an der Theodor-Heuss-Straße im Blick behalten.