Düerkop verteidigt den Schulneubau

Wedemark. Schulausschussvorsitzender Bernd Düerkop vom Bündnis 90/Die Grünen hat eine umfangreiche Stellungnahme zum geplanten Schulneubau und der kontroversen Diskussion dazu in der Wedemark abgegeben: „Die Gemeinde Wedemark plant zur Zeit den Neubau des Schulzentrums. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage in Folge der Wirtschaftskrise wird von Vertretern der CDU und der WGW die gemeinsame Position zum Neubau in Frage gestellt. Sicherlich ist es aller Ehren wert, wenn man mit den Finanzen sorgsam umgehen will. Es bleibt aber zu überprüfen, ob durch den Ausstieg aus den Neubauplanungen wirklich die Gemeinde finanziell besser wegkommt. Deshalb sollte man noch einmal rekapitulieren, weshalb der Gemeinderat in großer Einmütigkeit für den Neubau votiert hat: Die Wichtigkeit einer erfolgreichen schulischen Ausbildung unserer Kinder wurde in der Gesellschaft deutlich festgestellt. Die Aufgabe einer Gemeinde ist die Bereitstellung von geeigneten Schulanlagen. Von Lehrern, Eltern und Schülern ist über eine lange Zeit regelmäßig der Zustand des Schulzentrums bemängelt worden. Der jetzige Bau ist aufgrund der Konzeption und des abgewirtschafteten Zustandes nur unter sehr großem Aufwand instand zu setzen. Allein aus energetischen Gründen besteht Handlungsbedarf. Beim Einstieg in die Planungsphase vor gut einem Jahr war klar, dass der Neubau zu einer erheblichen Verschuldung der Gemeinde führen würde. Der Planungsprozess wurde begleitet von einem Gremium aus Vertretern der Schulen (Lehrern, Eltern, Schülern), den Parteien und der Verwaltung. Dieser vorbildliche demokratische Weg hat mit Blick auf die Aufgabenstellungen der Schulen von morgen die Ansprüche an den Neubau verbessert (und damit leider auch verteuert). Bis zum Herbst 2009 waren alle Beschlüsse zum Neubau von allen Parteien getragen worden (damit auch die finanzielle Dimension). Betrachtet man nun diesen Weg des Neubauprojektes wird klar, dass ein Abbruch des Prozesses auch wirtschaftlich ein klarer Fehler wäre. Planungskosten (Beratung durch private Firma) zur Abwicklung des komplizierten Ausschreibungsverfahrens von ca. 200.000 Euro, sowie der Wert der unzähligen Arbeitsstunden von Mitarbeitern der Gemeinde wären mehr oder wenig nutzlos verloren gegangen. Die neue Schule wird für alle Kinder der Gemeinde ein von den Betroffenen mitgeplantes Lernumfeld bieten. Sie wird energetisch modern und auf die Anforderungen der zukünftigen Schullandschaft flexibel konzipiert und gebaut werden. Damit erfüllt die Gemeinde Wedemark ihre Pflicht zur Stärkung unserer wichtigsten Ressource „der Bildung“.Wenn von anderen Akteuren der deutschen Politik Schulden für schöne Fachwerkhäuser oder für Abwrackprämien aufgenommen werden, vermag ich nicht zu verstehen, weshalb Schulden für den erfolgreichen Bildungsprozess unserer Kinder soviel schlechter sein sollen. Eines möchte ich aber doch klarstellen, auch für mich gilt, kein Geld darf verschwendet werden. Die Verwaltung muss mit dem Investor hart verhandeln. Gegebenenfalls müssen die Schulleitungen mit der Verwaltung nach möglichen Einsparungen in den Ausstattungsstandards suchen, dies aber nur unter Beibehaltung einer notwendigen Qualität für die ‘Zukunftsschule’ für unsere Kinder.“