Ehrenamt in drei Generationen

Langenhagener im Ehrenamt sind Christiane Jansen (von links), David Jansen und Heinz Jansen. (Foto: G. Gosewisch)

Ansteckendes Engagement bei Familie Jansen

Langenhagen (gg). „Ehrenamt ist offenbar ansteckend. Oder erblich?“, fragt Christiane Jansen und muss sich schon in Selbstironie üben, wenn sie die Freizeitgestaltung in ihrer Familie im Blick hat, denn sowohl ihr Vater Heinz Jansen, sie selbst als auch ihr Sohn David Jansen sind permanent im Einsatz für die Gemeinschaft. „Und keiner von uns hat oder hatte besondere Ambitionen, sich zu engagieren - wir drei wollten bloß bestimmte Dinge vorwärts bringen und sind deshalb irgendwie reingerutscht“, ergänzt sie. Dieses Reinrutschen sei bekanntlich eine Einbahnstraße, denn das Amt wieder abzugeben, gestalte sich schwierig. Bestes Beispiel ist Heinz Jansen, 87 Jahre alt und seit 40 Jahren ehrenamtlich für den Naturschutz und die Gartenkultur tätig, was auch mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt gewürdigt wurde. Die Gründung der Naturkundlichen Vereinigung geht ebenso auf seine Initiative zurück wie die „Offene Pforte“, eine Aktion des Arbeitskreises Grünes Langenhagen. Beruflich hat er im Lehrauftrag der Universität Hannover unzähligen Studenten die Grundlagen der Botanik beigebracht. Ehrenamtlich setzt er sich für die Wahrnehmung der Natur und der Gartenvielfalt ein. „Man hat mich gefragt, aber ich konnte auch gar nicht nein sagen“, weiß Heinz Jansen noch von seiner Ernennung zum Naturschutzbeauftragten, die seitens der Stadtverwaltung bekannt gegeben wurde, obwohl er noch gar nicht bestätigt hatte – eine kleine sympathische Verfahrenspanne.
Christiane Jansen ist als Unternehmensberaterin beruflich stark eingespannt. Dass sie ehrenamtlich VfB-Spartenleiterin Aikido wurde, sei aus der Not heraus entstanden. Sie sagt: „Die Sparte wäre sonst zerfallen und das wäre sehr schade gewesen. Einer muss es machen.“ Nun organisiert sie seit Jahren Lehrgänge und wahrt die Trainingspläne. „Ehrenamtler bereuen selten die investierte Arbeitszeit. Ich kenne keinen, der nicht auch eine schöne Zeit hatte“, meint sie. Dass ihr Sohn David diese Überzeugung vollständig übernommen hat, merkte sie erst, als sein Studium (Elektrotechnik) an Zügigkeit verlor. Angesprochen auf den Grund dafür sagt David Jansen nun: „Tja, die Arbeit im Studentencafé hat mich wohl doch aufgehalten.“ Seine Mutter und sein Großvater nehmen es gelassen. Lebenserfahrung zu sammeln, sei wichtig. David Jansen bestätigt: „Bei 40 bis 80 Servicekräften im Café die Übersicht zu behalten ist eine Aufgabe.“ So habe seine Arbeit im „Verein hanOmacke“ ihm Bestätigung gebracht, mit vielem klarzukommen. Die drei Jansens bestätigen im Gespräch mit dem ECHO, dass das Amt auch oft schwierig sei. „Das Team zu motivieren ist eine Herausforderung“, sagt David Jansen. Schließlich gehe es bei allen nur um den guten Willen, nicht um Verpflichtungen, die im Job eine Rolle spielen. Macht die Herausforderung den Reiz des Ehrenamtes aus? Die Jansens sagen Ja. Denn wenn etwas gut laufe, sei die Freude darüber sehr groß.