Eigenes Lerntempo ohne Druck

Gemeinsam spielen mit Adelina (3) und Adrian (4) Isabell Malek (von links), Sabrina Schönpflug, Irina Himmelreich, Mutter der beiden Kinder und GBA-Geschäftsführer Heiner Peterburs. (Foto: D. Lange)

Opstapje – Unterstützung für Familien und ihre Kinder

Langenhagen (dl). Seit 2008 bietet die Gemeinnützige Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) als Träger in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) in Langenhagen das Familienprojekt Opstapje an. In dieser Zeit haben etwa 120 Familien an dem Projekt teilgenommen. Opstapje (niederländisch: Schritt für Schritt) ist ein präventives Lern-, Spiel- und Bildungsprogramm für Langenhagener Familien mit Kindern von eineinhalb bis drei Jahren, die in belastenden Lebenssituationen leben. Das besondere an diesem niederschwelligen Programm mit einer Dauer von eineinhJahren ist, dass die Familien Zuhause besucht werden, sie müssen dazu nicht in eine Einrichtung gehen, die sie nicht kennen und wo sie sich fremd fühlen. Die Hausbesucherinnen kommen in die Familien und unterstützen durch spielerisches Lernen die Kinder zusammen mit ihren Eltern, wodurch auch die Eltern/Kindbeziehung ganz wesentlich gestärkt wird. Dabei komme es sehr darauf an, den Eltern auf Augenhöhe zu begegnen, sagte Isabell Malek, eine der Hausbesucherinnen des Projekts. Über ihre Erfahrungen in den Familien, berichtete sie. „Wir gehen einmal wöchentlich zwar mit einem Konzept in die Familien und bringen ein Spiel oder ein Spielzeug mit, beobachten aber auch die Kinder und reagieren flexibel auf deren Wünsche oder Interessen“. Gemeinsames Spielen von Kindern und Eltern unter Einbeziehung alltäglicher Gegenstände, Singen, Basteln oder Vorlesen fördert die Sprachentwicklung der Kinder wie auch deren motorische und kognitive Fähigkeiten und vermittelt ihnen darüber hinaus Kompetenzen für den Übergang in den Kindergarten. Digitale Spielzeuge oder Medien bleiben dabei ganz bewusst außen vor. Opstapje richtet sich deshalb nicht ausschließlich an Familien mit Migrationshintergrund oder alleinerziehende Mütter/Väter, sondern ist offen für alle durch Arbeitslosigkeit, chronische Erkrankungen oder andere Faktoren sozial benachteiligte Familien. Während der Dauer des Programms treffen sich die Familien alle 14 Tage im Mehrgenerationen-Haus zum Erfahrungsaustausch über Familienfragen und Erziehungsthemen wie einer altersgerechten Entwicklung der Kinder in ihrem eigenen Lerntempo ohne Konkurrenzdruck. Das Projekt mit einem Gesamtetat von jährlich etwa 60.000 Euro wird von der Stadt Langenhagen, dem Niedersächsischen Sozialministerium, der GBA und durch Spenden finanziert. Zwar läuft die Landesförderung im nächsten Jahr aus, aber die GBA bemüht sich derzeit um eine Anschlussfinanzierung, so GBA-Geschäftsführer Heiner Peterburs. „Wir erhoffen uns darüber hinaus eine weitere Fortführung der Unterstützung auch von der Kommunalpolitik in Langenhagen“. Derzeit nehmen 15 Familien an dem Projekt teil, womit die Betreuungskapazitäten noch keineswegs erreicht seien, betont Sabrina Schönpflug, seit November 2015 bei der GBA in der Liebigstraße als Koordinatorin von Opstapje. „Wenn möglich, würden wir auch Familien mit Fluchterfahrung in das Programm mit aufnehmen und betreuen, aber bisher gibt es noch keine Nachfrage danach“. Interessierte Familien können die Netzwerke der Stadt zur Kontaktaufnahme mit Opstapje nutzen oder direkt mit der Koordinatorin
Sabrina Schönpflug unter Tel. 0511 96699-90 oder unter opstapje@gba-langenhagen.de