"Ein Abdriften erfolgreich verhindert"

Ehrenvorsitzender Walter Hirche zu Gast bei Langenhagener FDP

Langenhagen. Die FDP Langenhagen gewann als Gastredner für ihr diesjähriges traditionelles Grünkohlessen, an dem auch die FDP-Landtagskandidatin für Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel Christiane Hinze teilnahm, den ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und niedersächsischen Minister für Wirtschaft und Verkehr Walter Hirche. In einem Exkurs über politische Schwerpunkte der Regierungsarbeit in Verantwortung des Regierungsbündnisses von CDU und FDP in den vergangenen zehn Jahren zog er eine positive Bilanz und ging vor den interessierten Zuhörern aus Langenhagen, Isernhagen und Hannover auch auf künftige Herausforderungen in der Bildungspolitik ein.
Im Hinblick auf die Landtagswahlen am 20. Januar 2013 stellte Hirche die wichtige Rolle der Liberalen bei ihren jeweiligen Regierungsbeteiligungen in Bund und Land heraus. Der liberale Kompass habe die Regierungskoalitionen unter Beteiligung der FDP immer mit Kurs auf die Mitte gehalten und ein Abdriften nach rechts oder links erfolgreich verhindert. Er ermunterte die Liberalen, im bevorstehenden Wahlkampf angesichts der nachweisbaren Erfolge der niedersächsischen Regierungskoalition von CDU und FDP selbstbewusst aufzutreten. Als wesentliche Erfolge im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung verwies er auf den starken Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Niedersachsen, die sich auf dem niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre befänden. Im ersten Halbjahr 2012 habe Niedersachsen in der Wohlstandsdynamik den höchsten Zuwachs im Vergleich aller Bundesländer verbuchen können. Die wirtschaftliche Entwicklung in Niedersachsen werde im Wesentlichen von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Wichtig sei daher, diese durch den Abbau von Bürokratie zu entlasten. Als Nachweis für die erfolgreiche Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit führte Hirche an, dass in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Arbeit suchenden Jugendlichen immer weit unter der Zahl der offenen Ausbildungsplätze lag.
In Sachen Bildung hob Hirche hervor, dass die Schulabbrecherquote seit 2003 annähernd halbiert werden konnte – eine entscheidende soziale Leistung, die den jungen Menschen deutlich verbesserte Lebensperspektiven durch bessere Berufschancen eröffne. Trotz der knappen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel aufgrund der hohen Verschuldung des Landes Niedersachsen bei Übernahme der Regierungsverantwortung 2003 sei die Unterrichtsversorgungsquote mit Lehrern noch nie so gut gewesen wie derzeit. Hirche betonte das Bekenntnis der Liberalen zur Vielfalt der Schulformen und stellte heraus, dass eine weitere Konzentration von Schulen vermieden werden solle nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“.
In seiner Funktion als Präsident der Deutschen Unesco-Kommission berichtete Hirche abschließend über das erklärte Ziel der Unesco, ein Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in sämtlichen Bereichen der Bildung zu verankern. Im Rahmen dieser Bildungsoffensive werden zahlreiche Projekte entwickelt, die den Veränderungen der Lernprozesse mit allen Vorteilen aber auch Herausforderungen des digitalen Zeitalters gerecht werden und die verstärkt auf Kontinuität und eine verbesserte Ausbildung der Kinder in Grundfertigkeiten ausgerichtet sind. Als vorbildhafte Projekte führte Hirche das Arbeiten in Schülerfirmen oder auch -genossenschaften an, mithilfe derer Schülerinnen und Schüler erste praktische Erfahrungen ähnlich wie in der realen Wirtschaft sammeln können.